Michael Menke

Vorwort


Nein, mit Visa-Angelegenheiten, wie es vielleicht das Titelblatt vermuten ließe, hat diese Ausgabe nur am Rande zu tun. Eigentlich aber doch, denn jeder Ausländer, der länger in Korea bleiben möchte, braucht nun mal so ein Visum. Und damit sind wir bei unserem Thema " ... in Korea". Wir möchten in diesem Heft Deutsche, Österreicher und Schweizer vorstellen, die sich über einen längeren Zeitraum in Korea aufhalten und hier etwas tun, was man vielleicht nicht als "normale Tätigkeit" bezeichnen würde (mit "normal" meinen wir in diesem Fall diejenigen, die für Firmen in Korea tätig sind, und natürlich uns LektorInnen und LehrerInnen).

Die meisten Ausländer in Korea sind amerikanische Soldaten, also auch nicht unbedingt der Typus von ausländischen Beschäftigten, den man normalerweise in einem industrialisierten Land hat. In den letzten Jahren hat sich aber auch die Zahl der ausländischen asiatischen Arbeiter erhöht, die meist in kleinen oder mittleren Betrieben beschäftigt werden und dort die bei Koreanern eher unbeliebten Arbeiten machen. Die meisten kommen aus China und den südostasiatischen Ländern.

Sieht man sich die Zahlen der Ausländer in Korea an, so stellt man unweigerlich fest, dass es nicht allzu viele aus den deutschsprachigen Ländern sind. Nach Informationen der jeweiligen Botschaften halten sich derzeit etwa 1500 Deutsche, 130 Österreicher und 100 Schweizer mit Resident-Status in Korea auf. Allein der Stadtstaat Singapur mit seinen zwei Millionen Einwohnern kann diesen Deutsch-Anteil locker überbieten.

Die deutschsprachigen Personen unter den Ausländern sind also eine ziemlich kleine Gruppe, und wenn wir nun hier noch die "Besonderen" herausfiltern wollen, ergibt sich natürlich ein sehr kleiner, aber feiner Personenkreis, der meist sogar etwas im Verborgenen seinen Tätigkeiten nachgeht.

Nicht alle konnten wir in der kurzen Zeit, die uns für Recherche, Interviews und Telefonate zur Verfügung stand, erreichen. So fehlen ein paar Personen, von denen man vielleicht auch schon einmal gehört hat, z.B. Lee Cham (früher Lee Han-Uh), ein Deutscher (jetzt allerdings Koreaner), der manchmal in Fernsehsendungen zu bewundern ist, des Weiteren ein deutscher Tauchlehrer auf Cheju-do oder ein Hersteller von Bienenwachs in der Nähe von Kwangju. Aber vielleicht finden unsere Leser in Korea noch selbst den einen oder die andere, mit dem/der man "hier" eigentlich gar nicht gerechnet hätte.

Wir hoffen auch, dass diese Texte und Interviews vielleicht auch dem DaF-Unterricht ein wenig nützen, als "Deutsche Landeskunde in Korea".

Noch einmal zurück zu den Visa-Fragen: Formulare, Informationen über Aufenthaltsbestimmungen etc. finden Sie auf der Website http://www.immigration.go.kr/, koreanisch und englisch.

Viel Spaß beim Lesen unserer 25. Ausgabe wünscht das Redaktionsteam!


Copyright © 2007 by Michael Menke


DaF-Szene Korea Nr. 25

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