Dieser Fragebogen ging an deutsche, österreichische und schweizerische Firmen und Institutionen (u.a. Deutsche Schule und Stiftungen) in Korea bzw. koreanische Joint Ventures mit einem Partner aus den jeweiligen Ländern. Wir konnten die Umfrage mit freundlicher Unterstützung der Deutsch-Koreanischen Handelskammer und Austrian Trade durchführen, einige schweizerische Firmen wurden auch angeschrieben oder angesprochen.
Bekommen haben wir ca. 30 Antworten. Das mag nicht viel erscheinen, bedenkt man, dass im Verteiler der Deutsch-Koreanischen Handelskammer ca. 190 Firmen sind, aber etliche davon sind natürlich rein koreanisch, andere nur temporär in Korea. Es ging uns auch nicht darum, eine konkrete statistische Erhebung zum Stellenwert von Deutsch in den Unternehmen durchzuführen, sondern Meinungsbilder und Tendenzen einzufangen. Diejenigen, die uns geantwortet haben (die meisten per Mail, andere in persönlichen Gesprächen) haben das oft auch ausführlich und mit Einbeziehung persönlicher Erfahrungen gemacht. Dafür sind wir sehr dankbar.
Unsere Fragen:
1. Wie in den meisten internationalen ist auch in deutschen Firmen die Geschäftssprache Englisch. Gibt es dennoch koreanische (oder andere nicht-deutsche) Mitarbeiter in Ihrer Firma, die auch Deutsch sprechen?
2. Wenn ja, wurden diese Mitarbeiter (auch) wegen ihrer Deutsch-Kenntnisse angestellt? Welche Aufgabenbereiche haben sie?
3. Wenn ja, wie sind oder waren Ihre Erfahrungen mit diesen Mitarbeitern?
4. Würden Sie oder Ihre Firma jemanden (sei es Sekretärin, Techniker, Manager, Facharbeiter) bevorzugt einstellen, wenn diese Person neben dem Fachwissen auch Kenntnisse der deutschen Sprache hätte?
5. Würden Sie es persönlich begrüßen (vielleicht entgegen der Firmenpolitik) Mitarbeiter zu haben, die Deutsch beherrschen? Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie mit einer Person in der Firma auf Deutsch oder in einer anderen Sprache sprechen können?
6. Welche Voraussetzungen sollte Ihrer Meinung nach ein idealer koreanischer Mitarbeiter Ihrer Firma haben?
7. Das Image Deutschlands ist in Korea besonders positiv. Glauben Sie, dass die deutsche Sprache (die ja immer noch von einer großen Zahl von Schülern und Studenten in Korea gelernt wird) dieses positive Bild unterstützt? Uns fällt da z.B. der Slogan von Audi „Vorsprung durch Technik“ ein, der auch in der Werbung im Ausland verwendet wird, oder zahlreiche deutsche Bezeichnungen für Restaurants oder Produkte in Korea („Klasse-Küchengeräte“, „Rosenheim“-Käse, ...)
8. Wenn Ihre Firma eine deutsche ist, kann sie das positive Deutschlandbild bei Koreanern geschäftlich nutzen? Spielt deutsche Sprache oder deutsche Kultur dabei eine Rolle, sei es auch nur unterschwellig?
9. Koreaner haben ein sehr starkes Nationalbewusstsein und sehen das durchaus positiv. Schrift und Sprache sind ein wichtiger Teil der koreanischen Identität. Meinen Sie, dass es für Sie oder Ihre Firma geschäftlich positiv wäre, gegenüber Ihren koreanischen Geschäftspartnern oder Kunden auch Ihre eigene deutsche (österreichische, schweizerische) Herkunft mehr zu betonen (durch Werbung, Imagepflege, etc., ggf. auch durch Sprache)?
Eine Auswahl der Antworten:
Frage 1. Wie in den meisten internationalen ist auch in deutschen Firmen die Geschäftssprache Englisch. Gibt es dennoch koreanische (oder andere nicht-deutsche) Mitarbeiter in Ihrer Firma, die auch Deutsch sprechen?
Ja.
Ja, alle unserer Mitarbeiter sprechen mehr oder weniger gut Deutsch, da wir häufig mit deutschen Unternehmen bzw. Organisationen kommunizieren.
Von 1000 Mitarbeitern sprechen rund 30 Deutsch. Sie haben in Deutschland studiert oder mehreren Jahre in Deutschland gearbeitet.
Wir beschäftigten 60 koreanische Mitarbeiter in Vertrieb und Service plus einen deutschen Geschäftsführer. 50 Mitarbeiter sprechen gutes Englisch. Fünf koreanische Mitarbeiter sprechen gutes Deutsch.
Drei koreanische Mitarbeiter sprechen Deutsch.
Ja, allerdings wenige. Frau X., Head of ..., beherrscht die deutsche Sprache sehr gut. Sie war nach langjähriger Tätigkeit bei der deutschen Firma Y in Korea im vorigen Jahr zu uns gekommen. Unser Werksleiter Herr Z. war ein paar Jahre in Deutschland tätig und kann die Sprache einigermaßen gut, allerdings nur mündlich. Die andere Person wäre meine Wenigkeit. Ich bin halb Italiener, halb Venezuelaner, seit fast 25 Jahren international bei meiner Firma tätig, davon 11 Jahre in Deutschland.
Ja, mehrere Kollegen.
Intern wird zwischen den deutschsprachigen Mitarbeitern auch Deutsch gesprochen, auch teilweise von Ausländern mit Deutschkenntnissen. Einige unserer koreanischen Sekretärinnen haben Deutschkurse belegt. Offiziell ist unsere Dienstsprache Englisch in unseren Büros an verschiedenen Orten Koreas.
Ja, ein koreanischer Mitarbeiter spricht Deutsch.
Nein, – bzw. wenn doch, dann haben diese sich noch nicht geoutet.
Nein.
Mein Betrieb ist nicht als Firma in Korea, ich bin nur zur Zeit als Repräsentant unserer Firma bei unserem koreanischem Geschäftspartner hier in Korea tätig. Alle Angestellten unseres Partners sind Koreaner und sprechen nicht Deutsch.
Frage 2. Wenn ja, wurden diese Mitarbeiter (auch) wegen ihrer Deutsch-Kenntnisse angestellt? / Welche Aufgabenbereiche haben sie?
Lehrer, Erzieher, Verwaltung
Ja. / Assistenz der Geschäftsleitung, Werkleiter, mittlere Führungskräfte
Ja. / International Sales, Einkauf.
Die Tatsache, dass Frau X. die Sprache beherrscht, hat ihr sicherlich geholfen, die Arbeitstelle zu bekommen, denn sie hat den Kontakt zu dem betreffenden Bereich in Deutschland. Die Beförderung von Herrn Y. zum Werksleiter in diesem Jahr wurde davon nicht beeinflusst. Auf jeden Fall hat es geholfen, dass er während seines Aufenthaltes in Deutschland ein gewisses Netzwerk aufgebaut hatte. In meinem Fall hat mir das Erlernen der deutschen Sprache mit allerhöchster Sicherheit weitergeholfen, internationale Karriere zu machen.
Ja, aber nicht vorrangig. / Die Aufgaben erstrecken sich über ein breites Spektrum und reichen von Sekretariat-, kaufmännische Sachbearbeiter, Einkaufs- und Logistikfunktionen bis zur Assistenz der Geschäftsleitung.
Eine beträchtliche Anzahl deutschen Werkstudenten arbeiten für bis zu einem Jahr bei uns und wurden z.T. zu einem späteren Zeitpunkt (nach dem Abschluss des Studiums) lokal eingestellt. Auch hier ist Deutsch nicht die Voraussetzung, aber ein sehr positiver Begleiteffekt in der Kommunikation und im kulturellen Denkansatz. Koreanische Deutschstudenten wurden ebenfalls vertraglich verpflichtet; hier sehen wir das Deutsche als eine wichtige Voraussetzung, später mögliche Einsätze in Deutschland zur Weiterbildung und Entwicklung der Karriere zu fördern.
Es erfolgte eine gezielte Auswahl der Deutsch sprechenden koreanischen Mitarbeiter für Aufgabenbereiche in den Sekretariaten (Ersatzteilwesen, Vertriebsunterstützung und Verwaltung), die intensiver mit dem Stammhaus in Deutschland zu tun haben.
Chef-Sekretärin und andere operative Bereiche, sowie Ingenieure
Ja. / Sekretärin mit häufigem Kontakt zum deutschen Mutterhaus
Ja. / Büroorganisation, Kontaktpflege, IT, Buchhaltung u.a.m.
War mit entscheidend. / Verkaufingenieur
Entzieht sich meiner Einsicht. Ich denke jedoch ja.
Nein. / Sekretärin
Keiner unserer Mitarbeiter (männlich oder weiblich) wurde wegen seiner eventuellen Deutschkenntnisse eingestellt. Englischkenntnisse werden beim Einstellungsinterview getestet, nur bei zufrieden stellenden Kenntnissen in Wort und Schrift erfolgt eine Einstellung.
Nein.
Frage 3. Wenn ja, wie sind oder waren Ihre Erfahrungen mit diesen Mitarbeitern?
Als ...-Leiterin berichtet Frau X. nicht an mich, sondern an unseren Landessprecher. Ich habe mit ihr in indirekter Weise zu tun und bin sehr angetan von ihrer Professionalität. Allein die Tatsache, dass Herr Y. unter mehreren Kandidaten ausgesucht und befördert wurde, sagt alles. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich über mich selbst nicht reden möchte.
sehr zufriedenstellend
hervorragend
sehr gut
gut, besonders wenn es um die Kommunikation mit Deutschland geht
überaus positiv; Sprache ist Kultur, und das Beherrschen der hochkomplexen deutschen Sprache scheint logisches Denken zu fördern, aber hilft auch bei der kulturellen Kommunikation zwischen Mitarbeitern und den häufig noch deutschen Chefs.
Sehr gut, die sprachlichen Vorteile durch Deutsch sind eine erhebliche Erleichterung für die tägliche Arbeit mit den Kollegen in Deutschland.
Positiv und hilfreich. Durch gute Kommunikation mit unseren Kollegen in Deutschland (die oft auch nicht so geübt sind Englisch zu sprechen) können viele Projekte effizient abgearbeitet werden.
Wir haben auf dieser Schiene nur einmal einen lokalen Mitarbeiter für eine leitende Funktion in der Administration gehabt. Da jeglicher Schriftverkehr mit Kunden und unserer Unternehmenszentrale in Englisch ist, und wir hier vor Ort auch zwangsläufig mit unseren Kunden und auch mit unseren Mitarbeitern in Englisch kommunizieren, ist Deutsch nicht notwendig.
Koreanische Mitarbeiter sind sehr bemüht gutes Deutsch zu sprechen. Häufig gibt es jedoch auch Unverständlichkeiten, die dann aber meist direkt hinterfragt werden.
gemischt
Frage 4. Würden Sie oder Ihre Firma jemanden (sei es Sekretärin, Techniker, Manager, Facharbeiter) bevorzugt einstellen, wenn diese Person neben dem Fachwissen auch Kenntnisse der deutschen Sprache hätte?
Ja.
Unbedingt!
Deutsch ist Voraussetzung.
Bei uns wäre das so.
Ja, wobei Fachwissen und andere Qualifikationen absolut Priorität haben.
Ich persönlich würde jemandem, der neben Englisch auch die deutsche Sprache beherrscht, den Vorzug geben.
Ja, aber nur wenn er/sie auch Englisch spricht.
Sprachkenntnisse sind zusätzliche Qualifikationen.
Vorrangig zählt in unserem Unternehmen die fachliche Qualifikation (überwiegend Ingenieure). Natürlich ist es hilfreich, wenn Kenntnisse der deutschen Sprache vorhanden sind.
Eventuell eine Sekretärin bzw. ein Buchhalter. Da die allgemeine Geschäftssprache Englisch ist, müsste z.B. ein Verkäufer Koreanisch, Englisch (für die allgemeine Korrespondenz) und Deutsch sprechen.
Nicht ausschließlich deswegen, würde aber helfen, so ist meine persönliche Einstellung dazu. Wäre es nicht der Fall, würde dieses kein Hindernis sein.
Bei 99% der Positionen kommt es vor allem auf Fachkenntnisse und gute Englischkenntnisse an. Nur bei einer Person würden wir den Vorzug einem fachlich geeigneten Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen vor einem ohne Deutschkenntnisse geben: Vertrieb Tradelane Korea-Deutschland.
Nein. Primär sind besseres Englisch und Fachkenntnis wichtiger als Deutsch.
Nein.
Frage 5. Würden Sie es persönlich begrüßen (vielleicht entgegen der Firmenpolitik) Mitarbeiter zu haben, die Deutsch beherrschen? Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie mit einer Person in der Firma auf Deutsch oder in einer anderen Sprache sprechen können?
Ja.
Wir begrüßen Deutsch-Kenntnisse unbedingt. Der Vorteil liegt allerdings in der Kommunikation mit den Kollegen in Deutschland direkt und in dem Verständnis von Dokumenten, die leider oftmals nur in Deutsch vorliegen.
Ja. Es handelt sich aber um meine persönliche Einstellung. Unser Unternehmen ist sehr international ausgerichtet, selbst in den höheren Etagen in Deutschland findet man ein paar Ausnahmen, die kein Deutsch können. Es geht in erster Linie um die Kompetenz des Kandidaten.
Ja, ich würde es begrüßen, da diesen Mitarbeitern der Kontakt (telefonisch, schriftlich, persönlich) zur Zentrale in Deutschland leichter fallen würde.
Begrüßen ja, aber Englisch ist die Umgangssprache.
Persönlich ja, wobei es für mich keinen Unterschied macht, in Englisch zu kommunizieren.
Da Deutsch meine Muttersprache ist, kann ich mich mit dieser am einfachsten verständlich machen, jedoch wäre auch eine englische Kommunikation möglich. Es besteht jedoch das Problem, wenn man in der eigenen Muttersprache kommuniziert, dass man häufig unverständliche Wörter/Dialekt benutzt und deren Definition voraussetzt. Der koreanische Mitarbeiter kennt sie aber nicht, da sie nicht im Unterricht vermittelt werden. Kombiniert mit dem deutschen Humor ergeben sich daraus manchmal Missverständnisse.
In der Kommunikation mit dem deutschen Hauptquartier ist es natürlich von Vorteil, koreanische Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen zu haben. Dies ist aber keineswegs Ausschlag gebend.
Sicher begrüßenswert. Aber es macht keinen Unterschied.
Ich hätte nichts gegen deutschsprachige Mitarbeiter, aber viel wichtiger ist für uns eine durchschnittliche Verbesserung der verbalen englischen Sprachfähigkeiten. Englisch schreiben können die koreanischen Mitarbeiter in der Regel sehr gut.
Mir ist es egal, ob ich mit jemandem Deutsch oder Englisch spreche. Leider ist auch Englisch nicht sehr verbreitet.
Die Menschen sprechen und verstehen besser Englisch als Deutsch
Auch hier ein Nein. Es macht für mich keinen Unterschied, Deutsch oder Englisch. Deutsch ist aber aus Firmengründen nicht nötig.
Es gibt keine Firmenpolitik bezüglich deutscher Sprachkenntnisse, gutes English dagegen ist ein Muss. Eine einzelne Person, mit der ich Deutsch sprechen kann, würde automatisch die Stellung dieser Person gegenüber anderen Mitarbeitern „erhöhen“.
Falls die tatsächliche Funktion (Chefsekretärin/Buchhalter, Direktor ) diese besondere Stellung nicht rechtfertigt, gäbe das interne Probleme.
Nein.
Frage 6. Welche Voraussetzungen sollte Ihrer Meinung nach ein idealer koreanischer Mitarbeiter Ihrer Firma haben?
Ehrlich, loyal, mit der Firma identifiziert, sachlich, fachlich, nett im Umgang.
Neben den sprachlichen Kenntnissen gehört strukturiertes, selbstständiges Arbeiten zu den wichtigsten Anforderungen.
Gutes Fachwissen, gute Englisch-Kenntnisse ( in unserem Geschäft die lingua franca), loyales Verhalten und Fleiß.
Mehr Loyalität zum deutschen Mutterhaus und mehr Konfliktbereitschaft.
Qualifikation, Motivation, Loyalität.
Fachliche Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Deutsch sprechen.
Aufgeschlossen gegenüber Ausländern jeglicher Nationalität, nicht zu konservativ und beste englische Sprachkenntnisse.
In erster Linie die qualitativen Voraussetzungen, gutes Englisch. Modernes, weniger traditionelles Denken ist hilfreich für beide Seiten, mit den unterschiedlichen (Unternehmens-) Kulturen umzugehen.
Selbständiges Arbeiten, sicheres Auftreten, Fachwissen, fließendes Englisch.
In unserem Fall Zweisprachigkeit, Kenntnisse von Deutschland, Gesellschaft, Institutionen.
Verständnis für deutsche Geschäftspraktiken, Kenntnis über die Muttergesellschaft und deren Mitarbeiter.
Der ideale Mitarbeiter einer deutschen Firma in Korea sollte zumindest perfekt in Englisch sein, die Beherrschung der deutschen Sprache wäre ein zusätzlicher Bonus.
1. Berufliche Qualifikation, 2. Englisch, 3. Erfahrung / Verständnis für die kulturellen Unterschiede zwischen Korea und Europa/Deutschland.
Beherrschung der englischen Sprache (Corporate language)
1. fachliche Kenntnisse, 2. Englisch, 3. keine Angst vor Ausländern, 4. Korrektes Verhalten innerhalb der koreanischen Gesellschaftsstruktur bei gleichzeitiger Fähigkeit, sich auch innerhalb „westlicher“ oder „globaler“ Verhaltensmuster sicher zu bewegen.
gute Sprachkenntnisse, insbesondere Englisch; Sprache beeinflusst Kultur und Denkstrukturen; hohe fachliche Qualifikation; Loyalität und Aufrichtigkeit
Fachlich herausragend, Grundverständnis für andere (europäische) Kulturen (= Auslandserfahrung), gute Englisch-Kenntnisse.
Fachliche Qualifikation, etwas internationale Erfahrung, z.B. Sprachaufenthalt oder Praktika in den USA, Australien, Europa; Englisch ist ein Muss, Deutsch ist in bestimmten Positionen sehr vorteilhaft.
Bezogen auf die deutsche Sprache/Kultur haben wir keine speziellen Anforderungen. Unsere Firma stellt in erster Linie nach Qualifikation und Erfahrung Mitarbeiter ein. Natürlich sollte der Mitarbeiter offen dafür sein, in einer internationalen Firma zu arbeiten.
Frage 7. Das Image Deutschlands ist in Korea besonders positiv. Glauben Sie, dass die deutsche Sprache (die ja immer noch von einer großen Zahl von Schülern und Studenten in Korea gelernt wird) dieses positive Bild unterstützt? Uns fällt da z.B. der Slogan von Audi „Vorsprung durch Technik“ ein, der auch in der Werbung im Ausland verwendet wird, oder zahlreiche deutsche Bezeichnungen für Restaurants oder Produkte in Korea („Klasse“-Küchengeräte, „Rosenheim“-Käse, ...)
Ja.
Ich unterstütze Ihre These.
Selbstverständlich.
Auf jeden Fall, obwohl sie hinter Japan zurückgerutscht ist.
Ja, deutsche Slogans lassen auf die Herkunft schließen – Produkte aus dem deutschsprachigen Raum haben nach wie vor Vorbildwirkung (Qualität).
Ja, die Sprache ist ein wichtiger Faktor. Deutsch steht aber in Korea auch in unserem Tagesgeschäft dennoch klar hinter Englisch.
Da die deutsche Sprache eher schwierig ist, denke ich das weniger. Ereignisse, wie z.B. die WM 2006, haben da einen weit verknüpfenderen Einfluss auf das Image.
Ob das positive Image Deutschlands auch von der deutschen Sprache unterstützt wird, kann ich nicht beurteilen. Die gelegentliche Verwendung der deutschen Sprache im koreanischen Sprachgebrauch würde ich eher als Spaß bezeichnen, meistens ist den Koreanern die genaue Bedeutung der deutschen Ausdrücke gar nicht bewusst.
Kann ich nicht beurteilen.
Die Frage ist zu vage.
Deutschland hat in Korea, bedingt durch technische und organisatorische Fähigkeiten und kulturelle Darstellungen, bei seinen Bürgern nach meiner Erfahrung einen sehr hohen Stellenwert. Ich denke dabei nicht an die neuen Slogans, die Verbindung zum Deutschen war hier schon vorher. Speziell, wenn man sich mit Koreanern unterhält, die eine Zeit für ihre Firma in Deutschland tätig waren, findet man viel Gefühl für Deutschland. Das kann aber bei jüngeren koreanischen Studenten mit Studium in Deutschland anders oder gestört sein, durch unschöne Kontakte mit Neonazis oder auch der normalen Bevölkerung.
Ich glaube es nicht. Leider Gottes amerikanisieren sich die Sprachen so dermaßen, auch Deutsch und Koreanisch, dass es als „in“ gilt, etliche englische Sprüche einzubauen (in Deutschland spricht man leider heutzutage von „Neudeutsch“). Sie haben ein nettes Beispiel von Audi genannt, leider ist der Fall tatsächlich anders. Denken Sie allein an die Telekom: Etliche Sachbegriffe sind auf Englisch, nicht nur in der Werbung sondern ganz allgemein („Call by call“, „Triple play“ usw.).
Ich führe dies eher zurück auf
1) die gemeinsame Geschichte (Wirtschaftswunder nach dem Krieg, geteiltes Land)
2) Anerkennung der deutschen Ingenieurskunst, Fleiß (wie in Korea) und dt. Produkte
3) Gemeinsamkeit durch 44.000 koreanische Gastarbeiter im Wirtschaftswunder
Die Sprache ist nützlich.
Hier glaube ich eher, dass das Wissen über die deutsche Kultur einen größeren Einfluss auf das Deutschland-Image hat, als die Sprache selbst.
Nein.
Frage 8. Wenn Ihre Firma eine deutsche ist, kann sie das positive Deutschlandbild bei Koreanern geschäftlich nutzen? / Spielt deutsche Sprache oder deutsche Kultur dabei eine Rolle, sei es auch nur unterschwellig?
Ja und ja.
Ja.
Ja, definitiv. Die deutschen Tugenden sind weltbekannt, Fleiß, Pünktlichkeit, Ordnung, Disziplin usw. Im Alltag mit meiner Mannschaft bin ich durch mein Verhalten ein Botschafter davon.
Ich denke ja. Deutsche Arbeit wird nach wie vor als qualitativ hochwertig eingeschätzt. Dieser Bonus wirkt sich bei der Zusammenarbeit positiv aus und ermöglicht eine gute Vertrauensbasis.
Prinzipiell ja, deutsche Sprache und Kultur werden oft positiv wahrgenommen.
Ja, da das Image auch Qualität „Made in Germany“ beinhaltet. Die deutsche Kultur (auch die vergleichbare Historie nach dem 2. Weltkrieg / Koreakrieg) kann unterschwellig eine Rolle spielen, weniger die Sprache.
Ja, da Aversionen gegenüber Japan und China bestehen, und eine Hassliebe zu den USA.
Man glaubt generell noch an „ deutsche Qualität“.
Ein großes Plus für unser Geschäft ist das deutsche Produkt. Ob die deutsche Sprache oder die Kultur auch eine gewisse Rolle spielt, kann ich nicht beurteilen. Sehr wichtig ist unseren Kunden die Möglichkeit, unsere Firma und damit auch Deutschland dienstlich besuchen zu können, wenngleich das Dienstliche nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Hauptsache ist hierbei vor allem das „Sightseeing“, wie zum Beispiel Schloss Neuschwanstein.
Ja - Made in Germany.
Ja, ich glaube, dass wir vom guten Image Deutschlands profitieren.
Ja. Die deutsche Sprache spielt jedoch kaum eine Rolle.
Wir werden als deutsche Institution wahrgenommen.
Natürlich ist deutsches Ingenieurswesen und Know-how weltweit angesehen.
Sprache und Kultur spielen dabei eine geringere Rolle.
Teilweise, aber nicht im entscheidenden Maß. Unterschwellig schon, aber dann meistens bei Anlässen außerhalb der normalen Tätigkeiten.
Nein, nur in sehr einzelnen Fällen, wo beim Kunden in der Vergangenheit durch besondere Umstände (z.B. Studium in Deutschland) einen besonderes Verhältnis zu Deutschland entstanden ist.
In unserem Geschäft nein. Es geht im Wesentlichen nur um den Preis und den Liefertermin.
Meine Firma ist eine koreanische.
Nein, wir treten hier in Korea nicht so stark als ausländische Firma auf, sondern betonen eher, dass wir Produktion, R&D und Vertrieb in Korea haben. Gerade als Zulieferer in der Automobilindustrie ist die Position als ausländische Firma nicht immer vorteilhaft.
Nein.
Frage 9. Koreaner haben ein sehr starkes Nationalbewusstsein und sehen das durchaus positiv. Schrift und Sprache sind ein wichtiger Teil der koreanischen Identität. Meinen Sie, dass es für Sie oder Ihre Firma geschäftlich positiv wäre, gegenüber Ihren koreanischen Geschäftspartnern oder Kunden auch Ihre eigene deutsche (österreichische, schweizerische) Herkunft mehr zu betonen (durch Werbung, Imagepflege, etc., ggf. auch durch Sprache)?
Ja.
Ja, auf jeden Fall.
Es ist sehr wichtig, gegenüber unseren koreanischen Geschäftspartnern meine österreichische Herkunft zu betonen.
Ja - wenn man es nicht übertreibt.
Man sollte seinen Hintergrund bekannt geben. Wenn es der Kunde einmal weiß, muss man es aber nicht ständig direkt wiederholen. Es ist eher ein Imagefaktor.
Unsere Firma ist im Produkt-Sicherheits-Bereich sowie im Zertifizieren von Qualitätssystemen u.a. in Korea erfolgreich, da Kunden und Partner sehr wohl wissen, dass wir eine deutsche Firma und Marke sind, welche für Qualität, Sicherheit und hohen technischen Standard steht.
Kann nicht schaden, wird aber von den Koreanern nicht so wahrgenommen.
Koreaner haben davon manchmal ein bisschen viel, was wir Deutschen manchmal leider zu wenig haben. Als Koreaner erwartet man einfach, dass sein Gegenüber, egal welche Nationalität er hat, auch sein Heimatland respektiert, wie er selber.
Bedingt. Am Ende muss nicht nur das Image, sondern auch das Produkt bzw. der Service den Erwartungen entsprechen. Koreanische Unternehmen haben manchmal auch zu hohe (unrealistische) Erwartungen und sind dann enttäuscht.
Schwierige Frage. Durch meine nichtdeutschen Augen sehe ich, dass das Nationalbewusstsein in Deutschland wenig existiert. Es war eine große Sache, deutsche Flaggen während der WM überall zu sehen. Als der ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin bei einem Interview über seine Unkenntnis des Textes der Nationalhymne stolzierte, habe ich nur gedacht: Wie kann so was vorkommen und keiner protestiert öffentlich? Der Mann ist für so eine Stelle nicht geeignet. Das hat mit Geschichte nichts mehr zu tun. Werbung, Imagepflege kann man jederzeit machen. Nur, sollte man fest daran glauben, an was man sagt.
Aufgrund unserer Historie ist es allgemein eher kritisch. Ein positiver Nationalstolz kann schnell verkehrt verstanden werden.
Halte ich nicht für notwendig, da durchaus bekannt ist, dass wir eine deutsche Firma sind. In der Werbung macht ein Verweis auf die deutsche Herkunft sicherlich Sinn, um das positive Image in Korea zu nutzen (und sei es nur durch „Made in Germany“).
Nicht nötig. Das wissen unsere Partner sowieso.
Unseren Kunden hier ist das so ziemlich egal.
Nein, im Gegenteil. Uns wird empfohlen, den koreanischen Kunden koreanisch zu begegnen. Daher reduzieren wir schrittweise unseren Anteil an deutschen Führungskräften. Mein koreanischer Mitarbeiter wurde von einem Kunden schon beschimpft, da er englisch/koreanische Präsentationsunterlagen verwendete anstatt rein koreanischer. Ich stelle mir das so vor, wie wenn Sie einem deutschen Vorstandsmitglied eine Präsentation mit chinesischen Unterlagen zeigen.
Nein.
Zur Auswertung
Vielfach hören wir von unseren koreanischen Kollegen an der Universität den Klageruf „Warum unterstützen uns die Deutschen in Korea nicht, warum stellen deutsche oder andere Firmen keine Absolventen an, die Deutsch können?“
Auf der anderen Seite haben uns in der Vergangenheit nahezu alle deutschen Wirtschaftskapitäne in Korea versichert (Schweizer und Österreicher rechne ich jetzt sprachlich einfach mal dazu), dass ihre Schiffe in internationalen Gewässern fahren und darum die Sprache Englisch sei. Ende! Englisch ist nun mal die Sprache der Wirtschaft, und selbst Angehörige mit stärker kultiviertem Nationalgefühl (Franzosen und Italiener, Koreaner und Chinesen) halten sich daran.
Aber an diesem Sockel will und kann heute sowieso niemand mehr kratzen. Wenn Deutsch, dann als Erweiterung, als zusätzliche Qualifikation, und dahin zielten auch unsere Fragen.
Die erste „Überraschung“ taucht gleich bei den Antworten zur Frage 1 auf. Fragt man herum, ob jemand Deutsch braucht, so antworten die meisten in der Regel spontan mit „nein“. Fragt man, ob es Mitarbeiter gibt, die Deutsch sprechen, so lautet die Mehrzahl der Antworten „ja“, von einem bis zu 30. Ich klammere hier mal Institutionen wie die Deutsche Schule, Handelskammer oder Stiftungen aus, die ein anderes Profil haben.
Wenn Firmen deutschsprachige Mitarbeiter einstellen, dann tun sie dies zumeist auch gezielt, z.B. für die Kommunikation mit dem Stammhaus der Firma, mit anderen Partnern im deutschsprachigen Raum, die nicht immer Englisch sprechen. Zufällige Einstellungen gibt es auch, aber dann ist man scheinbar nicht traurig darüber, dass diejenige Person Deutsch beherrscht. Gesucht werden also Angestellte, die kommunikative Fähigkeiten haben (also Englisch und Deutsch) und weiteres Fachwissen oder eine Fachausbildung (Wirtschaft, Technik, Maschinenbau, ...)
Die Erfahrungen mit diesen Mitarbeitern sind nahezu alle positiv, von „hervorragend“ bis „sehr gut“. Nur eine Antwort hatte „gemischte“ Gefühle, vielleicht haperte es da etwas an den Sprachkenntnissen oder es war einfach der falsche Kandidat für die falsche Stelle.
Man würde auch jemanden mehr oder weniger bevorzugt anstellen, der Deutsch spricht, aber immer mit der weiteren Anforderung nach guten oder sehr guten Englisch-Kenntnissen (die scheinbar auch nicht immer vorhanden sind).
Auch persönlich hätten die meisten, die geantwortet haben, keine Einwände oder würden es begrüßen, wenn jemand zusätzlich Deutsch spricht. Eine Bemerkung, dass es Probleme bei anderen, vielleicht höher gestelltem Personal geben könnte, das nicht diese Sprache spricht, ist vielleicht nicht von der Hand zu weisen. Der Redaktion liegen selbst Berichte von ehemaligen Studenten vor, die von deutschen Firmen wegen „zu hoher Qualifikation“ abgelehnt wurden. Wir haben dabei allerdings ein bisschen im Hinterkopf, dass eine koreanische Firma in Deutschland wahrscheinlich nie auf den Gedanken käme, jemanden abzulehnen, weil er oder sie Koreanisch kann und die anderen nicht ...
Der „Wunsch-Angestellte“ soll loyal gegenüber der Firma sein (bei ausländischen Firmen in Korea sicher nicht so einfach, weil doch viele Koreaner diese Firmen gern als potentielle Gegner sehen), sollte gute Fachkenntnisse haben, gut Englisch sprechen, internationale Erfahrung haben und sich auf Ausländer und deren Kultur und Verhalten einstellen können. Hier ist ein Punkt, der sicherlich auch uns Lektoren und Lehrer angeht, die oft die einzigen Ausländer sind, denen koreanische Schüler und Studenten begegnen. Der Bereich Landeskunde, europäische Gesellschaft, soziales Verhalten, aber auch Teamarbeit, Verhalten in der Klasse usw. sind sicherlich für die Persönlichkeitsbildung ebenso wichtig wie direkte Kenntnisse eines Faches.
Deutsches Image (gleiches gilt sicher für die Schweiz und Österreich) ist ein grundlegender Werbefaktor für Firmen in Korea. Schlagworte wie Solidität, Zuverlässigkeit, Haltbarkeit, Ausdruck findend in dem Zeichen „Made in Germany“ bei Produkten, gehen Hand in Hand mit dem koreanischen Empfinden für das Land und die Menschen, die mit „Fleiß, Pünktlichkeit, Disziplin“ gekennzeichnet sind. Die deutsche Kultur wird als ein wesentlicher Teil dieses Images betrachtet, die deutsche Sprache allerdings weniger oder nur teilweise. Auch Antipathien gegen Japan oder die USA, besonders bei jungen Koreanern, werden gesehen, diese vielleicht sogar als Vorteil für die „alten Europäer“.
Hier entsteht der Eindruck, dass die Standpunkte ein bisschen konträr sind, denn ist man einerseits ganz international ausgerichtet, profitiert man doch andererseits gern von dem Image der rein nationalen Tugenden. Diese nimmt man gern für die eigenen Produkte und für die Dienstleistungen, baut sie in die Werbung und das Erscheinungsbild der Firma ein, will sich aber dann doch nicht unbedingt als Deutscher oder “deutsch“ outen.
Für die Ausbildung unserer Studenten und universitäre Curricula zeigen sich folgende Ergebnisse:
Die deutsche Wirtschaft ist durchaus nicht ohne Interesse an Hochschulabgängern, die Deutsch können. Sie müssen es dann aber auch wirklich beherrschen, also auf einem relativ hohen Niveau, damit sie real und problemlos mit deutschsprachigen Partnern kommunizieren können.
Alle Bewerber müssen unbedingt gute bis sehr gute Englischkenntnisse haben, und das nicht nur schriftlich, sondern vor allem auch mündlich.
Die Bewerber müssen über ein weiteres Fachwissen verfügen, das für die Industrie und den Handel relevant ist, also Kenntnisse in Wirtschaft, internationalem Handel, Technik, Naturwissenschaft etc. Dieses kann man aber nur erwerben, wenn man nach dem System Hauptfach-Nebenfach oder Hauptfach-Hauptfach studiert, oder wenn es Curricula gibt, die neben dem Sprach- und Literaturstudium Ergänzungsstudien in den betreffenden Fächern anbieten.
Internationale Erfahrung, Kenntnisse über das Ausland und über den Umgang mit Ausländern und deren Verhalten sind wichtig und erwünscht. Das kann in Auslandsstudien (an europäischen Partneruniversitäten), Sprachkursen, Reisen usw. erworben werden.
Bestimmte Schlüsselqualifikationen wie Teamgeist, Einordnung in eine internationale Mannschaft, individuelles selbständiges Denken und Arbeitsverhalten, die oft konträr zum koreanischen Denken in Alters- und Standeshierarchien stehen, sollten unbedingt gelernt werden.