Armin Kohz

Deutsch bei Samsung


Neben deutschen Firmen in Korea stellen natürlich auch koreanische Betriebe, die in Europa engagiert sind, bei Bedarf Personal ein, das über  Deutschkenntnisse verfügt. Um eine realitätsnahe und effiziente Ausbildung zu gewährleisten, übernehmen diese Firmen oft selbst das Ausbildungsprogramm.

Die Firma Samsung z.B. bildet schon seit Jahren ausgewählte junge Manager zu so genannten ‚regional experts’ aus (jährlich insgesamt etwa 120, in diesem Jahr u.a. 75 für China, 25 für Japan und 5 für den deutschsprachigen Kulturraum). Im Rahmen dieses Programms habe auch ich in diesem Jahr unterrichtet. Nach einem zweiwöchigen vorbereitenden Kurs in der Firma selbst nehmen die Manager an einem dreimonatigen Intensivsprachkurs, der vom Institut für Internationale Kulturraumstudien der Fremdsprachenuniversität Seoul veranstaltet wird und auf deren Außencampus in Yongin stattfindet, teil. Der Unterricht erfolgt durch mehrere koreanische und einen muttersprachlichen Dozenten von Montag bis Freitag, vor- und nachmittags. Während dieser Zeit dürfen die Teilnehmer den Campus nicht verlassen. Wöchentlich werden ihnen Tests abverlangt, der mündliche Abschlusstest wird audiovisuell dokumentiert. Das Bestehen dieses Tests ist Voraussetzung für die Teilnahme am weiteren Programm. Danach erfolgt ein weiterer zweiwöchiger firmeneigener Kurs. Anschließend werden die angehenden ‚Kulturraumspezialisten’ ins jeweilige Ausland, also auch nach Deutschland, geschickt. Dort müssen sie zunächst eine selbst geplante und vorbereitete dreimonatige Reise unternehmen. Die Firma übernimmt alle Reise- einschließlich der Hotelkosten. über diese Reise und ihre kulturellen Erfahrungen müssen die Manager einen Bericht verfassen und während einer kurzen Rückkehr nach Korea eine weitere Prüfung ablegen. Schließlich erfolgt noch ein weiterer siebenmonatiger Auslandsaufenthalt, während dessen sie an Intensivsprachkursen teilnehmen müssen. Während ihrer Auslandsaufenthalte ist es ihnen untersagt, Familienbesuch zu haben. Als Gegenleistung müssen sich die Manager verpflichten, mindestens vier weitere Jahre ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben.

Dieses umfangreiche, effiziente und sehr kostspielige Programm beweist deutlich genug den Bedarf und das Interesse der Firma an Mitarbeitern mit guten Fremdsprachenkenntnissen und interkultureller Kompetenz. Die Firma LG hat ein ähnliches, wenn auch nicht so umfangreiches Programm.


Copyright © 2006 by Armin Kohz


DaF-Szene Korea Nr. 24

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