Wir haben in diesem ersten Teil versucht, Personen aus den verschiedensten Bereichen zu interviewen: Studenten, ehemalige Studenten, Musiker, Juristen, Personen aus der Wirtschaft, Geschäftsleute. Dieses breite Spektrum zeigt, dass die Sprache Deutsch nahezu überall, mal mehr, mal weniger, vertreten ist. In einigen Bereichen, z.B. der Rechtswissenschaft oder der Musik, ist das traditionell, denn das koreanische Rechtsystem hat sich aus dem deutschen gebildet, und klassische Musik wird in Korea nahezu gleichgesetzt mit der Deutschen oder Wiener Klassik. Einige Randgebiete, von denen wir wissen, das es sie gibt, konnten wir leider nicht abdecken, z.B. Deutsch beim koreanischen Militär (auch dort gibt es Deutschunterricht für Offiziere), Deutsch bei Floristen, Deutsch in der Kleinkindpädagogik, Deutsch für Philosophen, usw.
Daneben, und das wissen wir aus Gesprächen mit unseren ehemaligen Studenten, gibt es viele, die ein Germanistik-Studium oder einen Deutsch-Lehrgang absolviert haben, dann aber im Berufsleben kaum mehr etwas mit der Sprache oder dem Land zu tun haben. Dennoch zeigt sich hier, dass gerade diese Personen dann, wenn ihr Arbeitgeber doch mal einen Auftrag aus Deutschland bekommt oder die Firma eine deutsche Maschine kauft, eingebunden werden und sich damit profilieren können.
Die Lage ist ernst, aber sie ist nicht hoffnungslos...