Die Internationale Deutschlehrer-Tagung (IDT) ist die größte Konferenz für DaF und findet alle vier Jahre statt. In diesem Jahr wurde sie vom 1.8. bis 6.8. in Graz/Österreich, der
Hauptstadt der Steiermark, abgehalten. Veranstalter waren der österreichische Verband für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (ÖaF) und der Internationale Deutschlehrerverband (IDV).
Die Konferenz stand unter dem Titel "Begegnungssprache Deutsch - Motivationen - Herausforderungen - Perspektiven" und stellte somit die Probleme, die sich dem Fach Deutsch als Fremdsprache stellen, in den Mittelpunkt. An der Tagung nahmen mehr als 2.000
Personen aus 99 Ländern teil, ein bisheriger Rekord bei den IDTs.
Die Sektionsgruppen umfassten acht große Themenbereiche, die in Gruppen untergliedert waren. Um die große Vielfalt der Inhalte zu verdeutlichen, sollen im Folgenden die Sektionsgruppen mit den Sektionen aufgeführt werden.
Sektionsgruppe A: Begegnungssprache Deutsch (Austauschprogramme und -projekte als Sprachbegegnung; Sprachbegegnung im Netz; Sprachbegegnung an Grenzen: Projektunterricht als Sprachbegegnung)
Sektionsgruppe B: Deutsch im sprachenpolitischen Kontext (Sprachkompetenz und Integration im deutschsprachigen Raum; Deutsch als plurizentrische Sprache; Wege zur Mehrsprachigkeit; Portfolios im DaF/DaZ-Unterricht und Werbung für Deutsch)
Sektionsgruppe C: Sprache (Landeskundliches Lernen und interkulturelle Kommunikation; Literatur im DaF/DaZ-Unterricht; Kinder- und Jugendliteratur im DaF/DaZ-Unterricht; Kunst im DaF/DaZ-Unterricht)
Sektionsgruppe D: Zielgruppenorientiertes Lernen (Unterricht in heterogenen Gruppen und Großgruppen; Frühes Fremdsprachenlernen; Bilingualer Unterricht und Deutsch als Fach- und Arbeitssprache; Deutsch in der Studienvorbereitung und für den Hochschulzugang; Deutsch für den Beruf)
Sektionsgruppe E: Lehr- und Lernformen (Lernstrategien und autonomes Lernen; Dramenpädagogik und experimentelle Lernformen; Lehren und Lernen mit informations- und kommunikationstechnologischen Medien; Lehren und Lernen in mediengestützten Welten; Arbeit und Vergnügen mit Lehrwerken; Aufgaben und Steuerungsinstrumente im DaF/DaZ-Unterricht)
Sektionsgruppe F: Sprachliche Kompetenzen (Integrierte Fertigkeiten: Textkompetenz und Sprachenlernen; Integrierte Fertigkeiten: Gespräche und Präsentationen; Alphabetisierung in der Zielsprache Deutsch; Wortschatz: Erwerb und Vermittlung; Grammatik: Erwerb und Vermittlung; Phonetik; Sprachmittlung: ?ersetzen, Dolmetschen; sprachliche Mediation; Deutsch als Fach- und Wissenschaftssprache
Sektionsgruppe G: Qualitätssicherung für Lehren und Lernen (Neue curriculare Tendenzen für DaF; Lernerfolge reflektieren - Sprachkompetenzen beurteilen; Die Rolle der Unterrichtenden in der Qualitätsentwicklung; Aus- und Weiterbildung von Lehrenden).
Bereits bei der Anmeldung online musste man sich für Sektionen, die auf Montagnachmittag / Dienstagvormittag und auf Donnerstagnachmittag/Freitagvormittag lagen, entscheiden. Beide Halbtage sollten eine thematische Einheit bilden und auch so besucht werden. Leider war im Vorfeld der Tagung noch nicht zu erfahren, in welchen Blöcken die Beiträge eingeordnet waren, so dass es während der Tagung zu reger Fluktuation - auch während einer Sitzung - kam.
Die Beiträge in den Sektionen bestanden zumeist aus 20-minütigen Vorträgen, danach sollten sich Diskussionen anschließen. Die Anzahl der für eine Sitzung anberaumten Beiträge konnte sehr verschieden sein. Daraus resultierten unterschiedliche Situationen: überfüllte Seminarräume und kaum Zeit für anschließende Diskussionen und Gespräche einerseits, kleine Gruppen und viele Kommunikationsmöglichkeiten andererseits.
Einzelne Beiträge können auf der Homepage der IDT bereits eingesehen werden: http://www.idt-2005.at. Auch nachträglich kann man sich noch gut auf dieser Seite über die Konferenz informieren.
Insgesamt war die Teilnahme an der IDT eine sehr positive Erfahrung, eine Möglichkeit in Kontakt mit Kollegen zu treten, zu hören, wie die Lage für DaF in anderen Ländern ist, mit welchen Möglichkeiten aber auch Problemen die Lehrenden dort konfrontiert sind und wie sich daraus der Unterricht gestaltet.
Weitere Möglichkeiten, sich über Deutsch in verschiedenen Ländern und über die deutschsprachigen Länder zu informieren, boten die Länder- und Unterrichtsforen mit ausgestelltem Material von Lehrenden zur Situation des Unterrichtsfaches, wie auch zu einzelnen Projekten, sowie die Schaufenster von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.
Abgerundet wurde die Tagung durch zahlreiche Kulturveranstaltungen, wie Lesungen steirischer Autoren, länderthematische Filmabende, Musik und Theater. Ein ganzer Tag zwischen den Sektionseinheiten, war für Ausflüge und Besichtigungen freigehalten worden, die bis nach Wien und Slowenien führten.
Zum Schluss sei dem DAAD gedankt, der als Fortbildung eine Gruppe von etwa dreißig Ortslektoren durch Stipendien unterstützte und besonders Frau Susanne Lüdtke, die die Ortslektoren im Vorfeld mit Informationen auf dem Laufenden gehalten hatte und für die Zeit der Tagung Informationsveranstaltungen organisiert hatte, aber auch Abendessen in traditionsreichen Restaurants, sowie eine literarische Stadtführung.
Die nächste IDT findet 2009 in Jena statt, und es werden hoffentlich wieder viele Teilnehmer ihren Weg dorthin finden, vielleicht auch mehr LektorInnen aus Korea. Es sollte dann auch daran gedacht werden, die LVK auf der Tagung zu repräsentieren. In Gesprächen am Rande der Tagung war lebhaftes Interesse für die Situation in Korea, China und Japan zu verzeichnen. Andere Verbände, wie z.B. der südamerikanische Deutschlehrerverband, waren in Graz mit ihren Zeitschriften präsent.
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