Harry Gärber

Nebentätigkeiten


Oft werden den in Korea ansässigen Lektoren Nebentätigkeiten angeboten, sei es während des Semesters oder zur vorlesungsfreien Zeit. Was NT während des Semesters angeht, speziell NT an anderen Universitäten, ist gerade für die Lektoren, die neu in Korea angekommen sind und die die hiesigen Gepflogenheiten noch nicht so gut durchschauen, ein wenig Fingerspitzengefühl angebracht. Nach koreanischem Gesetz ist den festangestellten Lektoren eine NT zwar ausdrücklich erlaubt, eine Uni hat also nicht das Recht, diese dem Lektor zu verbieten. Dennoch ist gerade dem Neuling in Korea anzuraten, sich an seiner Uni bzw. seinem Fachbereich umzuhören, ob es erwünscht ist, dass der Lektor während des Semesters eine NT ausübt. Wer etwa in seiner Haupttätigkeit als Lektor schon 12 oder 15 Stunden hat und dennoch eine NT anstrebt, könnte evtl. an seiner Uni die Angst auslösen, man betreibe diese NT zuungunsten seiner Lektorentätigkeit, vernachlässige sie also. Ausgenommen natürlich Lektorenanstellungen mit so wenigen Stunden, die eine NT schon aus finanziellen Gründen notwendig machen. Eine längere harmonische Zusammenarbeit vorausgesetzt, ist also zu empfehlen, sich im eigenen Fachbereich abzusichern, was erwünscht ist und was nicht. Mehrmals nachfragen schadet nicht, da in Korea Informationen gemeinhin nur tröpfchenweise fließen, insbesondere ablehnende Haltungen nicht explizit, sondern in verklausulierter Form weitergegeben werden. Dagegen ist es für die Lektoren in Seoul gang und gäbe, nebenbei im Goethe-Institut zu unterrichten; die Universitäten scheinen hier keine Bedenken zu haben. In den Semesterferien bieten sich auch diverse Möglichkeiten wie z.B. Sommersprachkurse an.

Die Vergütung für eine Unterrichtseinheit liegt bei etwa 30.000 Won; NT müssen außerdem versteuert werden (geringer Steuersatz). Die Art der NT muss bei der Uni beantragt werden (Formalie), zudem ist mit den notwendigen Papieren ein weiterer Gang zur Immigrationsbehörde notwendig (die Genehmigung gilt für ein Jahr). Dabei sind 90.000 Won zu bezahlen, die zumindest das Goethe-Institut ersetzt. Ohne die neu in Korea angekommenen Kolleginnen und Kollegen bevormunden zu wollen, sei drauf hingewiesen, dass man sich zu Beginn einer Erstanstellung in Korea, mit Rücksicht auf den Eingewöhnungsprozess, überlegen sollte, ob man sich eine NT zumuten mag. Der Autor dieser Zeilen hatte bis jetzt kurioserweise selbst noch keine, daher alles ohne Gewähr.

 


Copyright © 2005 by Harry Gärber


DaF-Szene Korea Nr. 21

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