Die Geschichte der DaF-Szene Korea ist eine kleine Erfolgsgeschichte. Heft Nr. 1 erschien im März 1995 noch mit dem Untertitel »Rundbrief für deutschsprachige Lektor/inn/en in Korea«. Bereits im November 1993 jedoch wurde eine 108seitige Broschüre mit dem Titel Informationen für deutschsprachige Lektoren und Lektorinnen in Korea 1993/94 aufgelegt, gewissermaßen die Nullnummer der DaF-Szene. Die Gründung der Lektoren-Vereinigung Korea am 22. April 1995 ging auf eine Initiative von Mathias Adelhöfer zurück, damals Lektor an der Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) in Seoul. Die Nr. 2 des Rundbriefs wurde dann im Oktober 1995 von der LVK herausgegeben. Mit der Nr. 3 vom April 1996 hat sich der folgende Titel etabliert: »DaF-Szene Korea. Rundbrief der Lektoren-Vereinigung Korea«. Im Mai 1996 hat Hans-Alexander Kneider von der HUFS die Homepage der LVK ins Internet gestellt. Mit der Nr. 11 wird im Jahr 2000 die neue Rechtschreibung eingeführt, seit der Nr. 15 gibt es farbige Cover. Heft 18 vom November 2003 wurde mit einem Umfang von über 100 Seiten vom Cover bis zur hinteren Umschlagsseite publiziert.
Eine ganze Reihe von Heften der DaF-Szene sind dem Bereich Deutsch als Fremdsprache gewidmet: In Heft 5 vom Mai 1997 geht es um Unterrichtsideen, in der Nr. 9 (1999) um Goethe, in der Nr. 11 (2000) um Landeskunde und in Heft 13 (2001) um Computer. Die koreanische Kultur und Gesellschaft bildet einen weiteren Themenschwerpunkt. Die Nr. 12 öffnet ein Fenster auf Korea, die Nr. 14 beschreibt Routen zur WM, die Nr. 18 erklärt das koreanische Bildungssystem, die Nr. 19 ist der koreanische Literatur gewidmet. Daneben gab es in Heft 15 einen Aufsatzwettbewerb und in der Nr. 16 einen Europa-Schwerpunkt. Die Hefte 17 und 20 waren spiegelbildlich angelegt, das erste thematisierte Deutsches in Korea, das letztere Koreanisches in Deutschland.
An regelmäßigen Rubriken erscheinen zum einen Grußworte und Korrespondenzen. Vertreten sind hier Dr. Dieter Siemes, der ehemalige Botschafter in Korea, der Ministerialdirektor Dr. Lothar Wittmann vom Auswärtigen Amt, der südkoreanische Erziehungsminister Dr. Ahn, Byung-Young und Hartmut Koschyk, ein Mitglied des Bundestags, dort Vorsitzender der deutsch-südkoreanischen Parlamentariergruppe. Die vielleicht heikelste Rubrik sind Erfahrungsberichte von Lektoren in der DaF-Szene. In manchen wird vor Stellen gewarnt, an denen die Arbeitsbedingungen nicht akzeptabel sind, weil beispielsweise Verträge nur über zehn Monate und nicht für das ganze Jahr angeboten werden oder weil die Universitätsverwaltung falsche Versprechungen zur Wohnsituation gemacht hat. Seminar- und Konferenzberichte in der DaF-Szene decken eine echte Marktlücke ab, diese Textsorte findet sich in den anderen koreanischen Germanistenzeitschriften nicht.
Ohne Michael Menke, den deutschen Lektor an der University of Incheon, wäre die DaF-Szene wohl nicht bis zur Nr. 20 gekommen. Seine tragende Mitarbeit hat sichergestellt, dass das Heft heute als Sprachrohr der LVK wahrgenommen wird. Im Dezember 2004 hat sich die LVK auf einem Seminar im Benediktinerkloster Waegwan entschlossen, der zunehmenden Bedeutung ihrer Zeitschrift Rechnung zu tragen und das Understatement »Rundbrief« aufzugeben. Die DaF-Szene erscheint jetzt als »Magazin«. Mit der Etablierung des Freundes- und Arbeitskreises der Lektorenvereinigung Korea (Falk e.V.) in Berlin hat die DaF-Szene Korea im Jahr 2005 auch einen zweiten Publikationsort bekommen und damit eine deutsche International Standard Serial Number (ISSN). Die DaF-Szene wird auf diese Weise nicht nur symbolisch aufgewertet, das neue Verfahren bei der Herausgabe ermöglicht den Autoren auch, sich bei der Verwertungsgesellschaft Wort registrieren und von der VG Wort ihre Autorenrechte wahrnehmen zu lassen (http://www.vgwort.de/).
Die DaF-Szene Korea wird in Berlin und Seoul herausgegeben von dem Freundes- und Arbeitskreis der Lektorenvereinigung Korea (FALK e.V.) und der Lektorenvereinigung Korea (LVK). Sie erscheint zweimal jährlich im Mai und im November. Ankopplungsmöglichkeiten bestehen für Kollegen aus dem gesamten (süd-) ostasiatischen Bereich.
Die DaF-Szene Korea bringt Themenhefte zum deutsch-koreanischen Kulturaustausch und zum Unterricht für Deutsch als Fremdsprache, in denen die Unterrichtsbedingungen in der Region besonders berücksichtigt werden. Das Magazin bedient die Rubriken Unterrichtsentwürfe, Forum, Rezensionen und Konferenzberichte. Es werden Projekte vorgestellt, die Lektoren an ihren Universitäten durchführen. Kulturfeuilletons und Berichte sollen Lebens-, Arbeits- und Vertragsbedingungen transparent machen, die für neue Lektoren in Korea relevant sind.
Auch wissenschaftliche Beiträge sind willkommen, dabei werden aber essayistische Arbeiten bevorzugt. Neue Entwicklungen im Bereich der Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft werden in Hinblick auf ihre Bedeutung für die Germanistik in Ostasien diskutiert. Die DaF-Szene Korea fördert insbesondere die wissenschaftlichen Diskussionen zwischen den Mitgliedern von LVK und FALK, steht aber allen Interessierten als Plattform zur Verfügung.
Redaktionsstatut einstimmig angenommen am 5. Dezember 2004 im Benediktiner-Kloster Waegwan, Republik Korea
Copyright © 2005 by Thomas Schwarz