Michael Menke

Gesundheit, Krankenversicherung


Eine Universität oder Schule versichert im Normalfall fest angestellte Hochschullehrer in einer koreanischen Krankenkasse. Die Kosten dazu werden vom Gehalt abgezogen und belaufen sich derzeit auf ca. 60.000 Won (ca. 40 Euro, das hängt aber auch von Alter und Familienstand ab). Ehepartner und Kinder werden ebenfalls von dieser Versicherung abgedeckt, jedoch steigt dann der Beitrag.

Jedes Jahr oder alle zwei Jahre findet eine kostenlose Allgemeinuntersuchung in der Universität oder einer nahegelegenen Klinik statt. Grundsätzlich sind die Angestellten verpflichtet daran teilzunehmen.

In Korea kann man den Arzt, auch den Facharzt, frei wählen. Oder man geht in ein Krankenhaus und lässt sich dort ambulant behandeln.

Eine koreanische Krankenversicherung deckt etwa die Hälfte der entstehenden Kosten, die bei Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt anfallen, dann aber auch nur die Standart-Versorgung (z.B. 10er-Zimmer im Hospital). Medikamente werden in gleichem Maß erstattet. Arzt- und Medikamentenkosten sind in Korea immer noch relativ billig, dennoch auf hohem Niveau. Einige Hospitäler in Seoul versuchen immer wieder, auch von "normal (koreanisch) versicherten" Ausländern utopisch hohe Beträge einzutreiben. Noch immer gilt scheinbar die Meinung, dass alle Ausländer reiche Industriekapitäne sind. Zahlen Sie dann einfach nicht, halten Sie Ihre koreanische Versicherungsbescheinigung hoch und sprechen nur noch Deutsch, dieser Wucher ist nämlich illegal. Oder wechseln Sie das Krankenhaus.

Viele ärzte sprechen etwas Englisch, dennoch möchte man als Ausländer im Notfall lieber zu jemandem gehen, mit dem man sich gut verständigen kann. Solches Personal gibt es in den so genannten "International Clinics". Hier liegen die Kosten (legal) wesentlich höher. Auch die Botschaft verfügt über eine Liste deutschsprechender Ärzte und Zahnärzte. Dafür ist es sicherlich ratsam, in Deutschland zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Einige deutsche und schweizerische Versicherungen bieten diese an. Die Kosten belaufen sich auf etwa 130 Euro (für einen männlichen, 35jährigen Versicherten, Frauen sind wesentlich teurer) im Monat und decken bis auf eine jährliche Eigenbeteiligung wirklich alles ab, man muss aber in Korea Vorkasse leisten. Zusätzlich ist man mit diesen Krankenkassen für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten auch in Deutschland bzw. im Heimatland versichert. Eine Auslandskrankenversicherung muss für jede einzelne einreisende Person abgeschlossen werden.

Auch der Bund der Auslands-Erwerbstätigen (BDAE) bietet eine solche Versicherung an.

Eine deutsche Krankenversicherung, die man bisher hatte, sollte man auf keinen Fall kündigen (vor allem nicht eine gesetzliche Krankenkassen), weil man nach der Rückkehr aus Korea nur sehr schwierig wieder in das deutsche System zurückkommt. In dies "Gesetzlichen" kommt man nur wieder hinein, wenn man spätestens zwei Monate nach der Rückkehr einen neuen Arbeitgeber hat, oder wenn man Sozialhilfe bekommt. Die meisten deutschen Krankenversicherungen kann man so lange "ruhen" lassen bzw. eine "Anwartschaftsversicherung" abschließen (auch das kostet Geld!). Erfahrungsgemäß dementieren viele Versicherungen das, dann muss man einfach hartnäckig sein.

Gesundheitliche Probleme ergeben sich in Korea eigentlich selten. Supermärkte und Restaurants sind hygienisch einwandfrei, das Leitungswasser sollte man allerdings ungekocht nicht trinken. überall ist aber Trinkwasser zu kaufen. Einige Personen haben vielleicht Schwierigkeiten mit der Nahrungsumstellung, die koreanische Küche ist scharf, das merkt man besonders, wenn man häufig die Mensa besucht. Erkältungen kann man sich im Frühjahr oder Herbst holen, dann ist der Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht sehr groß. Hepatitis- und Tetanus-Impfungen sind angeraten.

Am besten ist aber sicherlich: Bleiben Sie gesund!


Copyright © 2005 by Michael Menke


DaF-Szene Korea Nr. 21

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