Eigentlich gibt es in Korea alles, was es in anderen Ländern auch zu kaufen gibt. Koreaner finden das, was sie brauchen, im Tante-Emma-Laden um die Ecke (der heißt auch bei zwei Quadratmetern Verkaufsfläche "Super" oder "Supermarket"), auf dem Markt, im Kaufhaus, und seit mehreren Jahren in großen Einkaufs-Center-Ketten wie Wal-Mart, Carrefour, E-Mart, Lotte-Mart und wie sie alle heißen. Die Preise sind 20 bis 50 Prozent höher als in Deutschland. Beispiele: 1 Liter Milch = 1,50 €, ½ Liter Bier = 1 €, 1 großer Apfel = 1 €. Koreanisches Gemüse kann man oft billig auf dem Markt erstehen, Rindfleisch ist deutlich teurer als in Deutschland, Huhn oder Schwein etwas teurer.
Für den neu einreisenden Lektor oder die Lektorin ist aber natürlich interessant, wo man nicht "einheimische" Produkte bekommt, sondern "heimatliche", was in Korea zumeist bedeutet: Käse, Wurst, Schinken. Da bieten oft die oben genannten großen Ketten schon einiges an, mittlerweile gibt es sogar Käse jenseits des Scheibletten-Formats, und auch die koreanischen Bratwürste sind lecker (Vorsicht! Manchmal sehen sie grün oder rötlich aus, dann sind sie dem koreanischen Kundenwunsch angepasst und höllisch scharf!). Es gibt übrigens einen deutsch-koreanischen Bäcker in Seoul und einen Schlachter (beide in Hannam-dong, nahe der Deutschen Schule) sowie einen deutschen Metzger in Daejeon, bei dem man per E-Mail bestellen kann. Einen Schlachter aus Salzburg haben wir in Daegu ausgemacht.
Die großen Einkaufszentren haben den Nachteil, dass sie oft am Rande der Stadt liegen und die Kundschaft normalerweise mit dem Auto kommt. Lange Weg sind also nicht selten, und mit vollbepackten Tüten und Taschen ist dann der Einkaufsbummel kein Vergnügen. Eine teurere Alternative bieten die Kaufhäuser in den Innenstädten, die in den Lebensmittelabteilungen im Untergeschoss auch manches haben, z.B. Gummibärchen, deutsche Schokolade usw. Allerdings muss man hier eben tiefer in die Tasche greifen.
Wer überhaupt nicht auf das Geld schauen braucht, kauft in den Delikatessenläden der internationalen Hotels. Hier findet man teure Weine, luftgetrocknete Salami und Pralinen aus der Schweiz ebenso wie den "Spiegel" und die "Zeit" (2 - 3 Tage später als in Deutschland).
Technische Geräte sind in Korea teurer als in Europa oder gar Hongkong und Singapur, selbst diejenigen aus koreanischer Produktion, dennoch macht es wenig Sinn, diese dann aus Deutschland mitzubringen. Die Netzspannung beträgt in Korea 60 Hz., d.h. alles aus der Heimat, das einen Elektro-Motor hat, läuft hier schneller, von der Uhr über den Plattenspieler bis zur Waschmaschine. Und geht dann auch früher kaputt. Die Fernsehnorm in Korea ist das amerikanische NTSC-System, mit deutschen PAL-Fernsehern oder Videorekordern kommt man also auch nicht weit. (PAL gibt es in Nordkorea, aber da ist zum einen der Bedarf an deutschen Lektoren sehr gering, und das Fernsehprogramm ... na ja ...). Wenn, dann sollte man darauf achten, dass das Netzgerät beide Spannungen aufweist, wie z.B. bei den meisten Notebooks.
Mitnehmen von zu Haus sollte man dagegen Kleidung (so man über 1,80 m misst) und Schuhe, denn die Größen in Korea sind am heimischen Publikum orientiert. Auf einigen Märkten kann man zwar günstig Tennisschuhe und Freizeit-Kleidung aus Überproduktionen für Europa bekommen (manchmal ist sogar schon das C&A-Preisschild für den Sommerschlussverkauf drin: statt 39,90 € jetzt nur noch 9,90 €!), aber mit denen ist es nicht ratsam vor die Klasse zu treten: Ein gewisses Kleidungsniveau wird an Universitäten schon verlangt.
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