Gernot Haidorfer

Zusammenarbeit zwischen Lektoren und Deutschlehrern in Korea


Die deutsche Sprache in Korea ist im Niedergang. Diese Entwicklung wird von vielen Seiten beklagt - aber wird auch genug dagegen getan? Eine Möglichkeit: Kinder und Jugendliche schon früh für die Sprache interessieren und begeistern. So können sie später eher zu Freunden der deutschsprachigen Literatur und Kultur, zu Deutschland-Urlaubern oder gar zu Germanistik-Studenten oder Studenten in Deutschland werden. Die Oberschullehrer für Deutsch, das war mein Eindruck, den ich bisher aus mehreren Unterrichtsbesuchen und zahlreichen Gesprächen gewonnen habe, tun hierfür schon eine ganze Menge. Im Deutschunterricht an den Schulen Koreas ist aber sicherlich noch mehr möglich. Motivierend ist auf jeden Fall der Kontakt von Schülern zu Muttersprachlern. Da nur sehr wenige Deutsche hierzulande an Schulen unterrichten, haben die Schüler bisher kaum Gelegenheiten dazu. Eine gute Chance für einen solchen Kontakt können aber wir bieten, die ca. 60 deutschsprachigen Lektoren in Südkorea. Wir können in Unterrichtsbesuchen mit den Schülern sprechen, beispielsweise ein Interview machen oder vorbereitete Fragen von ihnen beantworten. Ebenso ist das Halten einer kleinen Unterrichtseinheit möglich wie z.B. eine Ausspracheübung. Selbstverständlich alles in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschlehrer der Klasse, der hilft und übersetzt.

Wie ich bereits in kurzen Redebeitragen bei Lektorentreffen Anfang April an der Sungshin-Uni und Anfang Juni am GI gesagt habe: Ein Problem ist bisher die fehlende Kooperation zwischen Deutschlehrern und Lektoren. Viele Lektoren, die Interesse an solchen Besuchen hatten, wussten nicht, an welchen Schulen ihrer Stadt Deutsch unterrichtet wird und wer dort Deutsch unterrichtet. Dies soll sich nun verbessern. Gemeinsam mit Herrn Seong-U Park von der Pädagogischen Verbindungsarbeit des Goethe-Instituts und Frau Mi-Sun Kim (Kyonggi-Mädchen–Oberschule in Seoul Kangnam) vom Koreanischen Deutschlehrer-Verband (KDV) habe ich besprochen, wie die Zusammenarbeit und der Informationsfluss zwischen deutschen Lektoren und koreanischen Deutschlehrern verbessert werden kann. Dies soll wie folgt geschehen:

- Der Präsident des KDV, Il-Hwan Kim, erstellt eine Liste der an der Zusammenarbeit interessierten Lehrer mit Adressen
  und Telefonnummern. Diese ist aufgeschlüsselt nach Provinz und Stadt, sodass die Lektoren auf die Lehrer ihrer Region
  zugreifen können.

- Bei Fragen oder Problemen steht Frau Mi-Sun Kim als Ansprechpartnerin des KDV zur Verfügung
  (schoenelinie@hotmail.com).

- Ansprechpartner von Seiten der LVK bin ich (g_haidorfer@hotmail.com).

Wir hoffen, dass viele Lektoren bereit dazu sind, den Deutschunterricht in Korea durch Besuche zu bereichern.


Copyright © 2004 by Gernot Haidorfer


DaF-Szene Korea Nr. 20

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