Liane Garnatz

Einrichtung des ersten deutschen Musikstudienganges in Korea mit Unterstützung des DAAD:

German School of Music Weimar


Mit Beginn des Frühjahrssemesters  2005 werden koreanische Musikstudenten erstmalig in ihrem Heimatland in den Genuss einer deutschen Ausbildung kommen.

Das Gemeinschaftsprojekt von Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar und Kangnam Universität sieht die Einrichtung eines gemeinsamen Bachelor-Studienganges für die Fachrichtungen Dirigieren, Flöte, Gesang, Klarinette, Klavier, Violine und Violoncello vor.

Das achtsemestrige Studium folgt einem deutschen Curriculum, das auf die besonderen Bedürfnisse in Korea abgestimmt wurde. So werden ab März nächsten Jahres voraussichtlich sieben deutsche Musikwissenschaftler unter Anleitung von Professoren der Musikhochschule in Weimar den Unterricht im musikalisch-künstlerischen Hauptfachbereich erteilen. Koreanische Lehrkräfte werden im Wesentlichen die nach dem koreanischen Regelstudienplan geforderten Ausbildungsteile übernehmen.

Die Studenten werden studienbegleitend vom ersten Semester an obligatorischen  Deutschunterricht erhalten. So werden sie gezielt auf ihr angestrebtes Auslandsjahr im sechsten und siebten Semester in Weimar vorbereitet, wofür sie sich sowohl musisch-künstlerisch als auch sprachlich durch eine Zwischenprüfung qualifizieren.

Nach erfolgreichem Studienabschluss wird den Studenten ein deutscher und einen koreanischer Bachelor-Abschluss verliehen, der ihnen die Tür für ihre weitere Karriereplanung in beiden Ländern öffnet. Herausragende Absolventen werden die Möglichkeit des Besuchs der Meisterklasse der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar haben. Je nach Einzeldisziplin werden 10 bis 12 Erstsemestler aufgenommen.

Mit diesem Projekt fördert der DAAD erstmalig in Korea einen Studiengang im Rahmen seines Strukturprogramms "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland", das darauf zielt, deutschen Hochschulen zu unternehmerisch geplanten und konkurrenzstarken Off-Shore-Gründungen zu verhelfen und sich auf ausländischen Bildungsmärkten besser zu positionieren.

Da in Korea unter potenziellen Bewerbern für ein Studium in Deutschland die Gruppe der Musiker und Künstler traditionell die stärkste ist, wird ein großes Interesse für die Einschreibung an der German School of Music Weimar erwartet. Den Studenten werden mit diesem neuen Studienangebot vor Ort wesentliche Hürden für den Weg zu einem deutschen Musikabschluss genommen. Die Ausbildung findet vor Ort statt, so dass die Studenten zeitlich nicht in eine zusätzliche Vorbereitungsphase für den Auslandsaufenthalt investieren müssen. Die Deutschausbildung findet direkt an der Kangnam Universität statt und erspart den jungen Musikern das aufwändige Pendeln zwischen musischer und Sprachausbildung. Das Auslandsjahr ist maßgeschneidert.  Der Doppelabschluss schließt Akkreditierungsprobleme aus.

Anfang Juli fand in Seoul die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Kangnam Universität in Anwesenheit des deutschen Botschafters statt. Damit wurden die Rahmenbedingungen für die Kooperation festgeschrieben. Ende Oktober wurde in Weimar in einer akademischen Feierstunde in Anwesenheit des koreanischen Botschafters der Fördervertrag mit dem DAAD unterzeichnet. Die Zuwendung des DAAD für dieses Projekt beläuft sich auf ca. 420.000 € und wird so als Anschubsfinanzierung in den ersten drei Jahren Kosten für die Einrichtung des Studienganges übernehmen. Von koreanischer Seite werden die Kosten für den Neubau der nötigen Ausbildungsräume und die Anstellungskosten des deutschen Lehrpersonals übernommen.

Dieses hoffnungsvolle Projekt basiert auf der Begeisterung des Rektors der Weimarer Musikhochschule, Herrn Professor Rolf-Dieter Arens sowie den unermüdlichen Anstrengungen des Kanzlers der Hochschule für Musik, Herrn Stefan Groeger und des Musikwissenschaftlers, Herrn Cho, Boohwan, an der Kangnam Universität. Auch wenn es bis zum Studienbeginn im März noch eine Reihe organisatorischer Detailfragen zu lösen gilt, ist der DAAD vom Erfolg dieses überzeugt und wünscht sich, dass weitere deutsche Hochschulen diesem Beispiel folgen werden.


Copyright © 2004 by Liane Garnatz


DaF-Szene Korea Nr. 20

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