Seit koreanische Krankenschwestern und Bergleute nach Deutschland gekommen sind, wurden auch die ersten koreanischen Vereine gegründet. Diese waren zunächst Interessenvertretungen für die jeweiligen Berufsgruppen, aber immer auch ein Forum zum Zusammenhalt und zur gegenseitigen Hilfe. Später wurden die Vereinsziele dann allgemeiner formuliert, es gründeten sich unter einem Dachverband (Bundesverband der Koreaner in Deutschland) lokale Gruppen wie z.B. der Koreanische Verein Berlin e.V. oder der "Verband der Koreaner in Frankfurt e.V."
Da die meisten nach Deutschland gekommenen Koreaner christlich sind, folgten entsprechende Gründungen von Kirchengemeinden, deren Konfession und Ziele auch in der Namensgebung formuliert wurden: Evangelische Koreanische Gemeinde Berlin e.V. und ähnlich.
Wo Koreaner leben, gibt es Taekwondo. Ehemalige Bergleute wurden zu Sportlehrern, Sportschulen und Vereine entstanden - allein in Berlin ein gutes Dutzend. Die Mitglieder hier sind natürlich nicht nur Koreaner. Dort trainieren vor allem deutsche und türkische Jugendliche.
Meist Quartalsweise geben die koreanischen Verbände eine Zeitschrift "Haninhoebo" heraus, die für all jene mit nützlichen Informationen gespickt ist, die Interesse an koreanischen Veranstaltungen, Restaurants, Reisen nach Korea, und anderem haben. Sie bietet außerdem ein Kommunikationsforum für die vielen in Deutschland lebenden Koreaner, da sie in der koreanischen Sprache verfasst ist. Denn trotz des langjährigen Aufenthalts in Deutschland sind die Deutschkenntnisse dieser Generation oft nur als mangelhaft.
Mit dem Generationenwechsel vollzog sich in den Vereinspublikationen ein Sprachwechsel. Auf der Website und in den Publikationen des Bundesverbandes der Koreaner in Deutschland findet man nur Koreanisch (http://www.eucosof.de/cgi-bin/ijaedok/ijaedok1.cgi), ebenso auf der Seite "Berlin-Report" (http://www.berlinreport.com), bei der zweiten Generation dagegen ist in Texten und auf Websites Deutsch das Kommunikationsmittel.
Der Nachwuchs der in den 60er Jahren nach Deutschland gekommenen Koreanerinnen und Koreaner wird "Isae" (zweite Generation) oder auch "1.5 Sae" (in Korea geboren, aber im frühen Kindesalter nach Deutschland gekommen und dort aufgewachsen) genannt. Mittlerweile ist diese Generation erwachsen und steht teilweise auf eigenen Beinen. Teilweise haben sie schon selbst für ihren Nachwuchs zu sorgen. Nach mehrfachen Anläufen, diese jungen Koreaner zusammenzubringen, fanden sich im März 1997 drei Leute zusammen, die "Hangaram" gründeten. Ihr Ziel war es, das zerstreute kreative Potential der jungen Koreaner in Berlin zu bündeln und Forum für alle zu sein, die sich für Korea interessierten. Das Wort "Hangaram" bedeutet soviel wie "Viele kleine Flüsse bilden zusammen einen großen Strom". Die Zeitschrift "Hangaram" gibt es seit April 1998 und seit Mitte 1999 ist Hangaram im Internet präsent. Als eingetragener Verein besteht Hangaram seit Oktober 1999.
Die Zeitschrift erscheint drei Mal im Jahr
und ist in deutscher Sprache. Der einzige deutschsprachige Teil der "Haninhoebo"
wird von Hangaram-Mitgliedern geschrieben. Die Resonanz bei den jungen Koreanern
ist sehr gut, und auch von anderer Seite wurde Hangaram Anerkennung zuteil.
Hangaram arbeitet mit Erfolg daran ein Netzwerk für die koreanische Jugend
aufzubauen und den kulturellen/wirtschaftlichen Austausch zwischen Deutschland
und Korea zu unterstützen.
Regelmäßige Veranstaltungen und koreanische Filmvorführungen gehören zum festen Programm. Zu den Veranstaltungen gehören "Sonbae meets Hubae" (Informationsabend von Studenten für Schulabsolventen), Hangaram-Kochabende, Sport-Turniere und die Organisation von Kulturseminaren, wie z.B. Kalligraphie-Kurse, Trommelkurse und so weiter. Nicht zu vergessen ist der Informationsaustausch über koreanische Veranstaltungen und Angebote in deutscher Sprache.
Zu erwähnen ist noch die Internetseite von Hangaram mit vielen nützlichen Links für Korea-Interessierte: www.hangaram.de
Hier gibt es nicht nur viele Informationen, die Zeitschrift online, sondern auch Diskussionsforen zu den verschiedensten Themen.
Eine etwas andere Richtung vertritt KGN, das Korean-German Network, gegründet im
Jahr 2000 in Frankfurt. Auch hier ist eher die zweite Generation vertreten,
allerdings mit dem Schwerpunkt "berufstätig". In ihrem Vereinsprofil stellen sie
sich dar als "der erste Verein für berufstätige Koreaner der zweiten
Generation in Deutschland.
KGN wurde gegründet, um den Erfahrungsaustausch der Mitglieder untereinander zu
fördern und ein nationales Netzwerk zwischen berufstätigen Koreanern aufzubauen.
Dabei kooperiert KGN eng mit anderen koreanischen Organisationen und Vereinen in
Korea und Deutschland.
Für unsere Mitglieder bildet KGN eine optimale Anlaufstelle, um berufliche
Kontakte zu knüpfen, berufs-/branchenspezifische Informationen auszutauschen,
mit Vertretern der koreanischen Wirtschaft und Politik zusammenzutreffen, über
aktuelle Korea bezogene Themen zu diskutieren und natürlich gemeinsam mit
anderen KGN-Mitgliedern im Rahmen unserer Veranstaltungen eine Menge Spaß zu
haben.
Zu diesem Zweck veranstaltet KGN regelmäßige Mitgliedertreffen, Seminare,
Workshops, Partys, Diskussionsabende und Konzerte. Einige dieser Veranstaltungen
konnten dieses Jahr schon durchgeführt werden, andere sind in Planung oder
werden in Kürze stattfinden. ...
KGN lebt und wirkt durch das Engagement seiner Mitglieder, des Vorstands, des Beirats, seiner Spender und seiner Partner. KGN will durch sein Wirken dazu beitragen, die Interessen der berufstätigen Koreaner zu fördern und den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Korea zu unterstützen.
Auf der Website http://www.kgnetwork.org [Anm. Webmaster: Link nicht mehr aktuell!!] kann man neben Informationen über den Verein auch ein E-Mail-Forum finden, in dem ähnliche Themen wie bei Hangaram diskutiert werden.
Eine dritte Vereinigung, Inkoda, stellt sich hier selbst vor:
Inkoda e.V. wurde in Berlin im Jahr 2004 zur Förderung der fachlichen und persönlichen Qualifizierung deutscher und koreanischer Nachwuchseliten gegründet.
Angefangen hat alles mit einer kleinen Gruppe von sieben Gründungsmitgliedern (Deutsche koreanischer Herkunft und Deutsch-Koreaner), die sich zusammengesetzt haben, das Beste aus beiden Kulturen herauszuholen. Auch das fachliche Wissen und die persönlichen Erfahrungen des einen sollten an andere weitergegeben werden, um so den Horizont zu erweitern und Neues dazu zu lernen.
Vorrangiger Gegenstand des Vereins ist die Schaffung einer Gemeinschaft von Akademikern koreanischer Herkunft und Koreainteressierten zur Förderung der jeweiligen Tätigkeiten, des gesellschaftspolitischen Engagements und der Völkerverständigung.
Der Verein bildet in erster Linie Brücken zwischen der koreanischen und der deutschen Forschung, die aber auch auf internationaler Ebene ausgeweitet werden soll:
• Brücken des gemeinsamen Forschens und Lernens
• Brücken zum Austausch
• Brücken zu interkulturellem Verstehen
Dabei orientiert sich der Verein an den Grundwerten Freiheit, Demokratie, Solidarität und Gewaltfreiheit. Er arbeitet als gemeinnütziger Verein in rechtlicher Selbständigkeit und geistiger Offenheit. Der Verein ist auch in seiner internen Organisation den genannten Prinzipien verpflichtet und fördert durch entsprechende Maßnahmen die Selbstorganisation und Eigenverantwortung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dieser "lernenden Organisation" ist Offenheit eine Grundvoraussetzung der Arbeit.
Zur Verwirklichung der vorgenannten Zwecke, die überwiegend mit Hilfe von Spenden finanziert werden sollen
• bietet der Verein ein allgemein zugängliches Bildungs- und
Weiterbildungsangebot an, das der wissenschaftlichen
Weiterbildung dient und
eine Vielfalt von Bildungsformen (Tagungen, Seminare, Kongresse, Publikationen,
Studien,
Vorträge, Workshops und Exkursionen) berücksichtigt
• unterstützt
der Verein in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen
Initiativen und Institutionen
Maßnahmen, die ihrem Bildungsauftrag entsprechen
• fördert der Verein begabte und nach ihrer Persönlichkeit
geeignete AkademikerInnen aller Fachrichtungen und aller
Nationalitäten, die
sich den Satzungszielen des Vereins verpflichtet fühlen und sich aktiv
gesellschaftspolitisch
engagieren
• fördert der Verein die internationale Verständigung durch die Vermittlung und Vorbereitung
von Auslandsaufenthalten
• bietet der Verein eine Kommunikationsplattform mit Hilfe des
Internets
• kooperiert der Verein mit Organisationen ähnlicher Zielsetzung
Im ersten Geschäftsjahr möchten wir ausgewählte Institutionen mit hoch motivierten Studierenden für den wissenschaftlichen Austausch zusammenführen, indem wir eine Datenbank aufbauen um folgende Punkte verwirklichen zu können.
1. Aufbau und Pflege eines Kommunikationsnetzwerkes und einer Informationsplattform
2. Planung und Durchführung von Workshops, Seminaren und Konferenzen
3. Planung und
Durchführung von Informationsveranstaltungen für Schüler und Studenten (bzgl.
Auslandsstudium,
Praktika, Fördermittel, Beruf)
4. Durchführung
von Veranstaltungen zur Förderung der Geselligkeit
5. Sonstige mit
dem Zweck (§1 Abs.4) des Vereins verträgliche Veranstaltungen

Bisher hat der Verein koreanische und deutsche Online-Registrierte aus dem Raum Deutschland, die keine Mitgliedsbeiträge zahlen. Doch kann nun die Mitgliedschaft nach §3 der Vereinssatzung von INKODA e.V. beantragt werden.
Neben diesen von der Gründung eher koreanischen Vereinen gibt es eine Reihe deutsch-koreanischer Gesellschaften und Vereine.
In Korea gibt es die Koreanisch-Deutsche Gesellschaft, parallel dazu gibt es in Deutschland die Deutsch-Koreanische Gesellschaft. Sie wurde 1966 von Dr. Max Adenauer (einem Sohn des ersten deutschen Bundeskanzlers), Dr. h.c. Leo Wagner und Hermann Pfattheicher gegründet. Ihr Ziel ist die Förderung der Beziehungen zwischen Deutschland und Korea in allen Bereichen von Politik, Wirtschaft und Kultur. Präsident ist der Abgeordnete Hartmut Koschyk, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages ist.
Die Gesellschaft hat regionale Organisationen, z.B. in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Rhein-Ruhr, ...
Aus der Website (http://www.korea-dkg.de/): In den 38 Jahren ihres Bestehens hatte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft großen Anteil an der Entwicklung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik Korea. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es das Wissen über Korea in Deutschland zu vertiefen. Es finden deshalb regelmäßig Veranstaltungen statt, die sowohl der Wissensvermittlung dienen, als auch Raum bieten für Begegnungen zwischen Deutschen und Koreanern.
Die Satzung der DGK formuliert die Ziele: Zweck der Gesellschaft ist es, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem koreanischen und dem deutschen Volke zu pflegen und hierdurch dem Gedanken der internationalen Verbundenheit und der Völkerverständigung zu dienen. Zu diesem Zweck soll die Zusammenarbeit von Persönlichkeiten und Institutionen beider Völker aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport gefördert werden. Eine sachgemäße Information des deutschen Volkes über Land und Leute und die politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Korea wird angestrebt. Die Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften und Institutionen, die die deutsch-koreanischen Beziehungen auf besonderen Gebieten fördern, ist zu pflegen. Die Gesellschaft erfüllt ihre Aufgaben durch Veranstaltungen und Informationen. Besonderen Wert legt die Gesellschaft auf die Pflege von Kontakten zu in Deutschland lebenden Koreanern und deren Familien sowie zu koreanischen Firmen, koreanischen Vereinen und Verbänden.
Die DKG veröffentlicht einen unregelmäßig erscheinenden "Info-Brief" (der auch auf der Website zu lesen ist) und bietet einen brieflichen Mitglieder-Service, der über alle Veranstaltungen informiert, günstige Gruppenreisen nach Korea und ausgezeichnete Verbindungen zu koreanischen Vereinigungen.
Andere Gesellschaften sind fachlich orientiert, so die in Frankfurt/Main ansässige Deutsch Koreanische Juristische Gesellschaft e.V., 1986 gegründet, die ihre Ziele folgendermaßen formuliert:
a. im Geiste der Verständigung die Zusammenarbeit auf dem
Gebiete des Rechts zu fördern,
b . die Verbreitung und Vertiefung der Kenntnis des koreanischen Rechts in
Deutschland und des deutschen Rechts in
Korea durch Veranstaltung von Vorträgen
und wissenschaftlichen Konferenzen und durch Herstellung und Förderung
beruflicher und persönlicher Beziehungen zwischen Deutschen und Koreanischen
Juristen,
c. die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten über Fragen aus dem Recht beider
Länder und die Erstellung von Gutachten.
Wie die Deutsch-Koreanische Gesellschaft hat auch die DKJG eine Schwesterorganisation in der Republik Korea.
Homepage: http://www.dkjg.de/
Politisch-wirtschaftlich engagiert sich der Deutsch-Koreanische Wirtschaftskreis e.V. Im Jahr 1980 gegründete, handelt es sich hier um eine bilaterale Vereinigung mit dem Ziel, wirtschaftsbezogene Kooperationen zwischen deutschen und koreanischen Unternehmen sowie die Wirtschaftsbeziehungen und Freundschaft zwischen beiden Ländern zu fördern. In dieser Zielsetzung arbeitet der DKW mit Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Politik sowie mit an den Beziehungen zwischen Deutschland und Korea interessierten Institutionen, insbesondere der Deutsch-Koreanischen-Industrie- und Handelskammer (Seoul/ Korea), zusammen. Neben profilierten Korea-Kennern wirken im Vorstand des DKW auch Vertreter von Partnerorganisationen für die gemeinsamen Ziele.
Schwerpunkte der Tätigkeit des DKW :
Vermittlung von aktuellen Informationen über die
deutsch-koreanische Wirtschaft durch:
- Pressespiegel "DKW aktuell"
- Informationsveranstaltungen / Delegationsreisen
- Publikationen
Einflussnahme auf politischer Ebene durch:
- Maßgebliche Beteiligung an offiziellen Delegationen und an den
Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskonsultationen
- Mitarbeit in: APA, ASEM, AEBF
- Intervention bei wirtschaftsrelevanten Stellen
Homepage:http://www.korea-dkg.de/
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Unsere Auswahl an deutsch-koreanischen Vereinen oder Verbänden ist nur ein kleiner Bereich des vorhanden Spektrums. Groß ist vor allem die Anzahl lokaler Gruppen, die wir hier nicht berücksichtigen konnten. Viele weitere "links" findet man auf den Seiten von Hangaram, des Bundesverbandes der Koreaner in Deutschland, der Koreanischen Botschaft in Berlin (http://www.koreaemb.de) oder bei den anderen im Heft genannten Institutionen.
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