Zurzeit studieren rund 5000 Koreaner/innen in Deutschland. Sie nehmen damit in der Skale der ausländischen Studenten einen Platz unter den ersten zehn ein.
Bislang haben (ich nehme an, dass die Statistik ab ca. 1950 rechnet) etwa 2000 von ihnen hier auch promoviert.
Während der japanischen Besatzung Koreas gingen koreanische Studenten nach Deutschland, um die modernen Wissenschaften kennen zu lernen. In den 20er Jahren machten die ersten von ihnen dort ihre Studienabschlüsse, darunter Ahn Ho-Song, der nach dem Koreakrieg koreanischer Erziehungsminister (und spätere Gründer und Präsident der koreanisch-deutschen Gesellschaft) wurde. Ahn gilt als der erste koreanische Jura-Absolvent in Deutschland, er studierte an der Universität Jena.
Die Studienfächer, die Koreaner in Deutschland belegen, haben sich mit der Zeit und den Voraussetzungen und Anforderungen in Korea geändert. So kamen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts Mediziner, Juristen und Philosophen (was zur Folge hatte, dass Deutsch wichtigste Fremdsprache in Korea wurde), nach dem zweiten Weltkrieg studierten viele Germanistik und Musik, heute sind es eher Natur- und Sozialwissenschaften, Musiker sind allerdings immer noch einer der größten Posten auf der Liste.
Koreanische Studentengruppen und Verbände existieren an vielen deutschen Hochschulen, ihr Ziel ist nicht nur die gegenseitige Hilfe, z.B. den Neuankömmlingen zu helfen, sondern auch der Kontakt mit dem Gastland. So heißt es im Statut der koreanischen Studentenvereinigung in Darmstadt: Ein Anliegen unseres Vereins ist die Förderung der Verständigung zwischen den in Deutschland lebenden koreanischen Studenten und ihren deutschen Gastgebern. Das gegenseitige Kennenlernen und die Überbrückung kultureller Unterschiede haben in der Vergangenheit auf beiden Seiten wertvolle Früchte getragen. So profitierte man nicht nur auf akademischer Ebene vom regen Gedankenaustausch, sondern es wurden auch manch freundschaftliche Bande geschlossen.
Ein weiteres Ziel unseres Vereins ist die Stärkung der freundschaftlichen Beziehung der Mitglieder untereinander. Immer mehr in den Vordergrund rückt dabei die wachsende Zahl der in Deutschland aufgewachsenen koreanischen Studenten. Sie haben ihr Abitur in Deutschland absolviert, viele von ihnen haben anschließend ihren Zivil- oder Wehrdienst abgeleistet und studieren nun in Darmstadt. Die koreanische Studentenvereinigung bietet ihnen die Möglichkeit im Beisammensein mit anderen Koreanern die Kultur ihres Ursprungslandes auf ungezwungene und natürliche Weise kennen zu lernen.
Mittlerweile kommen auch wieder Studenten aus Nordkorea nach Deutschland, so waren an der Universität in Köln im letzten Jahr 171 Südkoreaner, aber auch 4 Nordkoreaner immatrikuliert.
Copyright © 2004 by Michael Menke