»In keinem anderen Land Ostasiens besteht ein so großes Interesse an Deutschland wie in Südkorea. ... Leider ist den Deutschen diese besondere Sympathie und Offenheit weitgehend unbekannt.« Dr. Kurt Jürgen Maaß, Leiter des Instituts für Auslandsbeziehungen, das den hier vorgestellten Band veröffentlicht hat, spricht in seinem Vorwort gleich einen Kernpunkt deutsch-koreanischer Kultur-Kontakte an: Die relative Einseitigkeit.
Die Autorin sieht aber durchaus Chancen einer Freundschaft, also einer beidseitigen Beziehung. In dem Band werden denn auch die vielseitigen Aspekte dieser Kulturbeziehungen vorgestellt, und es werden für jeden Teilbereich Empfehlungen gegeben, wie die Kontakte und Beziehungen auszubauen seien.
Die einzelnen Kapitel stellen die jeweiligen Vertreter und Kulturträger sowohl in Deutschland als auch in Korea vor. Natürlich sind das in erster Linie die Botschaften und Kulturinstitute, aber darüber hinaus gibt es noch eine große Anzahl anderer Institutionen, die sich mit dem kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern befassen. Allein die Auflistung dieser Einrichtungen macht den Band zu einer informativen Studie.
Vorgestellt werden, nach der Erläuterung des deutsch-koreanischen Kulturabkommens von 1972 und den staatlichen Institutionen, die Bereiche bildende Kunst und neue Medien, Literatur, Musik, darstellende Kunst, Film, Universitäten und Sprachvermittlung, Wissenschaftler-, Studierenden-, Schüler- und Jugendaustausch, schulische und berufliche Bildung, Partnerschaften, politische Stiftungen. Den Anhang bildet ein umfangreiches Adressenverzeichnis.
Zwischen den Zeilen, und manchmal auch etwas deutlicher, wird auch nicht mit Kritik gespart. So war es geplant, die deutsch-koreanischen Kultur-Konsultationen in zweijährigen Abständen stattfinden zu lassen, seit elf Jahren hat es sie allerdings nicht mehr gegeben.
Auch das Themenfeld dieses Rundbriefes wird zum Gegenstand der Diskussion. So wird im Bereich der Übersetzungsförderung durch koreanische Stellen vorgeschlagen, eine Übersetzung erst dann zu finanzieren, wenn von Seiten eines deutschen Verlages Interesse an einer Veröffentlichung bekundet wurde und eine qualitative Kontrolle – ebenfalls durch den Verlag – erfolgt ist.
Ob die Frankfurter Buchmesse 2005 oder die Asien-Pazifik-Wochen 2005 in Berlin etwas an der kulturellen Einbahnstraße ändern können, bleibt abzuwarten und zu hoffen.
Anja Katharina Haftmann: Chancen einer Freundschaft. Die deutsch-südkoreanischen Kulturbeziehungen – Bestandsaufnahme und Empfehlungen. Institut für Auslandsbeziehungen, Dokumente 4-2003, zu beziehen über das Institut.
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