Michael Menke

übungstypologie, Symposium der KGDaF in Daejeon
Seminarbericht


Am 30. und 31. Mai 2002 fand an der Hannam-Universität in Daejeon das 7. internationale Symposium der Koreanischen Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache (KGDaF) statt. Seminarleiter war Prof. Dr. Dietmar Rösler von der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Das Thema dieses Symposiums lautete "übungstypologie".

Zahlreiche koreanische Kollegen hatten den Weg nach Daejeon gefunden, überraschend besuchten auch viele Lektoren diese Veranstaltung.

übungen sind sicherlich ein wesentlicher Bestandteil des Deutsch-Unterrichts. Die Vielfalt von übungen vorzustellen und die verschiedenen Möglichkeiten, übungen zu gestalten und anzuwenden, war Zweck dieses Seminars.

Vielfalt und Funktion von übungen und Aufgaben zum Deutschlernen außerhalb des deutschsprachigen Raums war das Thema des Einleitungsvortrags, den Dietmar Rösler anhand von multimedialen Beispielen vortrug.

Vom Allgemeinen zum Konkreteren ging es im Referat von Anne Gellert aus Kumamoto (Japan), die ihre Arbeit mit Wörterbüchern vorstellte, von der Auswahl bis hin zur Benutzung. Ausspracheübungen waren der nächste Punkt, daran schloss sich einer von mehreren Vorträgen an, die sich mit der Nutzung von Computern und dem Internet auseinander setzten.

Kai Rohs zeigte am Beispiel von sechs Postern, die verwandte Wörter in deutscher und englischer Sprache zeigten, wie man damit üben kann, was aber auch nachteilige Aspekte dieses übungsmittels seien.

Am zweiten Seminartag stellte Dietmar Rösler übungen und Aufgaben aus dem Internet vor. Dieser Vortrag fand in einem Computerraum statt, so dass jeder selbst vor einem Terminal diese Aufgaben probieren konnte. Deutschunterricht am Computer - aber weniger im Internet, sondern eher mit CD-Rom-Software - stellte Prof. Sohn Sung-Ho vor. Ha Su-Guen brachte einige übungsbeispiele aus dem Sprachunterricht, und das Symposium schloss mit einem Workshop zu Internetübungen von Lehrwerken.

Man konnte erkennen, dass übungen und Unterricht am Computer und im Internet weithin Einzug in die Lehrsäle erhalten haben. Allerdings sollte man sich nicht immer vom attraktiven Schein des Internets blenden lassen, denn wie ein "Gemein-Plätzchen" aus dem Seminar-Papier von Prof. Rösler sagte: "Wenn man sich nichts zu sagen hat, ist es egal, in welchem Medium man sich nichts zu sagen hat." Oder noch deutlicher: "Der Einsatz von neuen Medien ist nur dann sinnvoll, wenn er sinnvoll ist." Da ist wohl richtig!

Die Seminarteilnehmer konnten wichtige und interessante Informationen mit nach Haus nehmen. Einmal mehr zeigte sich, dass die KGDaF mit ihren Veranstaltungen auf der Höhe der Zeit ist.

Die einzelnen Vorträge sind nachzulesen im neuen Sammelband der KGDaF "Deutsch als Fremdsprache in Korea" Nr. 12, August 2003.


Copyright © 2003 by Michael Menke


DaF-Szene Korea Nr. 18

Back Home