Im vorletzten Jahrhundert ergab sich wieder eine neue Idee im benediktinischen Geist: 1883 gründete der Beuroner Benediktiner Josef (Pater Andreas) Amrhein ein Missionskollegium im kontemplativen-benediktinischen Geist in Reichenbach /Oberpfalz. Sie wurde 1884 genehmigt. Die Missionstätigkeit sollte von dem bendiktinischen Gebetsleben und der Regel des Hl. Benedikt geprägt sein. Trotz vieler Schwierigkeiten, die durch den zu Ende gehenden Kulturkampf bedingt waren, gelang es P. Amrhein Theologen um sich zu sammeln und 1885 eine Missionsschwesternkongregation aufzubauen - die späteren Tutzinger Missionsbenediktinerinnen. 1887 wurde der Sitz der Missionsgesellschaft nach Emming heute St. Ottilien in Oberbayern verlegt, wo. Im gleichen Jahre wurden die ersten Missionare nach Deutsch-Ostafrika in das heutige Tansania ausgesandt.
Bischof Mutel, der französische Apostolische Vikar für ganz Korea, erbat von St. Ottilien Patres und Brüder. Nach erstem Zögern wurden noch im folgenden Jahr 1909 Missionare zur ersten Gründung eines Benediktinerklosters in Asien nach Seoul gesandt. Die Wirren des ersten Weltkrieges machten eine Veränderung notwendig und so zogen die Benediktiner nach Nordkorea und sie erhielten das Missionsgebiet um Wonsan. Dort erbauten sie 1927 das Kloster Tokwon und zogen dorthin. Die Missionsarbeit blühte, gewiss war damals Missionsarbeit anders zu verstehen als heute. Es gab sieben Missionsstationen und (1946) ca.12000 Christen. Aber auch die Möglichkeit der Bildung der einheimischen Bevölkerung, die sonst keine Chance der Schulausbildung hatte, lag den Missionsbenediktinern am Herzen. Bis heute arbeiten die Benediktiner sehr in diesem Bereich.
Die Teilung von Korea brachte diese Arbeit 1949 zum erliegen. Das Schicksal der Benediktiner ist mit der grausamen Teilung bis heute verknüpft. Alle fünf einheimischen Patres wurden hingerichtet, ebenso drei deutsche Patres und drei deutsche Brüder. Abt-Bischof Bonifatius Sauer starb in Gefängnishaft in Pjöngjang und einige Missionare und Missionsschwestern kamen in Internierungslagern um. Die überlebenden konnten 1954 nach Europa zurückkehren.
Nach dem Koreakrieg wagten entflohene einheimische Missionsbenediktiner mit P. Timotheus Bitterli den Neuanfang. Deutsche Missionare, die früher in Tokwon waren, kamen dazu. Sie gründeten das Kloster St. Maurus und Placidus, das 1964 zur Abtei erhoben wurde.
Die Berufung der Missions-Benediktiner entfaltet sich besonders im Bereich der geistlichen Besinnung mit drei Exerzitien-Häusern, im Bereich des Fernkatechumenates mit ca. 10000 eingeschriebenen und der Medienarbeit mit Druckerei und Verlag Benedict-Press. Das Kloster ist stark aufgeblüht. Es zählt momentan 124 Mönche, die in verschiedenen Orten Koreas tätig sind.
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