Dieses Projekt der Lektorenvereinigung Korea und des Goethe-Instituts Seoul wurde mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Ende letzten Jahres im Goethe-Institut Inter Nationes Seoul durchgeführt. An dem Workshop haben 13 koreanische und 30 deutsche Teilnehmer von 27 verschiedenen Universitäten teilgenommen. Es ist gerade der offene Austausch zwischen deutschen und koreanischen Kollegen gewesen, der diese Fortbildungsveranstaltung interessant gemacht hat.
Das Ziel war, grundlegende Fragen einer kulturwissenschaftlichen Neuorientierung in Forschung und Lehre zu diskutieren. In den Debatten haben sich die Teilnehmer mit den Herausforderungen auseinandergesetzt, die sich wissenschaftspolitisch und forschungsstrategisch aus dem globalen Rückbau der Geisteswissenschaften ergeben. Alexander Honold (Humboldt-Universität Berlin) hat das Seminar geleitet und die Teilnehmer in kulturwissenschaftliche Arbeitsgebiete und Schlüsselkonzepte eingeführt. In weiteren Sitzungen wurde die Zusammensetzung einer kulturwissenschaftlichen Handbibliothek erörtert und exemplarisch wurden verschiedene kulturwissenschaftliche Forschungsaktivitäten vorgestellt. Michael Mandelartz (Meiji University, Tokyo) hat einen Vortrag zur Notwendigkeit einer kulturwissenschaftlichen Wende im Zeitalter der Globalisierung gehalten, den er mit einigen Beispielen kulturwissenschaftlicher Forschungsinstitutionen in Japan ergänzt hat. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem überblick über kulturwissenschaftliche Institutionen, die sich je nach Studieninteressen und Arbeitsschwerpunkten für einen Forschungsaufenthalt mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung in Deutschland empfehlen lassen. Das Goethe-Institut hat für die Fortbildung folgendes Handbuch bereitgestellt, das zu allen auf der Veranstaltung diskutierten Fragen Auskunft gibt: Hartmut Böhme, Peter Matussek, Lothar Müller: Orientierung Kulturwissenschaft. Was sie kann, was sie will. 2. Auflage, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 2002.[1]
In einer weiteren Sektion wurde die Frage, was "kulturelle Kompetenz" bedeutet, aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Alexander Honold hat sie aus Sicht der deutschen Literatur- und Kulturwissenschaft definiert. Mattheus Wollert (Yonsei-University) hat kulturelle Kompetenzen als Lernziele im Unterricht Deutsch als Fremdsprache behandelt. Sunmi Tak (Hanyang University) hat über kulturelle Kompetenz als Ausbildungsziel im Reformcurriculum der koreanischen Germanistik gesprochen. Dabei hat sie das vorbildlich aus kulturwissenschaftlichen Forschungsstrategien abgeleitete Curriculum ihrer Abteilung vorgestellt.
Die DaF-Szene Korea hat sich entschlossen, Texte der Referenten zu diesem Teil der Veranstaltung zu publizieren, denn wenn man sich die Lernziele im Bereich "kultureller Kompetenzen" erst einmal bewusst gemacht hat, erleichtert das die Curriculumsplanung mit kulturwissenschaftlichem Akzent.
[1] Meine Rezension zu diesem Band finden Sie über die Suchfunktion im Internet-Auftritt des Internationalen Archivs für Sozialgeschichte der deutschen Literatur http://iasl.uni-muenchen.de/. An dieser Stelle sei dem Referenten für pädagogische Verbindungsarbeit, Heiko Bels, noch einmal ganz herzlich für die Unterstützung dieser Fortbildungsveranstaltung gedankt.
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