Apfelsaft
Jetzt bin ich im Flugzeug nach Deutschland. Ich werde in 10 Stunden ankommen. Ich bin gespannt. Wie sehen deutsche Menschen aus? Kann ich ein Jahr lang froh und glücklich leben? Was soll ich tun, wenn deutsches Essen nicht nach meinem Geschmack ist? Eine deutsche Stewardess fragt mich, was ich trinken möchte. Ich suche nach einem Wort! "Apfelsaft bitte!" Zum Erstenmal sage ich etwas in der fremden deutschen Sprache. Was sie mir aber freundlich übergibt, ist - Orangensaft!! Sprachmauer?! Vom ersten Tag fühle ich das. Ich bin aber sehr zuversichtlich, diese Mauer im nächsten Jahr zu überspringen.
Mensaessen
Heute bin ich zum ersten Mal in die Mensa gegangen. In der Mensa kann man preiswert essen. Bisher habe ich mit Ausnahme von Brötchen und Würste keine deutsche Essen probiert und war deshalb gespannt darauf. Ich habe deutsches Beefsteak mit Kartoffelbrei gewählt. Oh, mein Gott! Wie salzig! Und der Geruch, wie fade! Ich war den Tränen nahe. Halte ich das ein Jahr lang aus? Ich vermisste Kimchi und die Kochkunst meiner Mutter. Inzwischen bin ich schon wieder ein Jahr in Korea. Jetzt sehne ich mich manchmal nach dem Kieler Mensaessen zurück.
Kieler Woche
Kieler Woche! Alle Strassen lebendig, überall Menschen und Wurstbuden. Es hat viele Straßentheater gegeben. Nachdem ich mit meiner Freundin Straßenmusikanten zugehört hatte, haben wir mit ihnen Fotos gemacht. (Ich bin ja schließlich Koreanerin.) Das wird eine große Erinnerung für mich. Dann sind wir lange herumgegangen, hatten Durst nach einem kühlen Bier. Wir haben einen schönen Biergarten gefunden, und einen kräftigen Schluck getrunken. Wow! Das heiße Sonnenlicht. Das blaue Meer. Das erfrischende Bier! Ich kann das nicht vergessen.
Am Abend sind wir mit Lena in die Disko gegangen. Sie war auf dem Schiff. Zuerst war ich sehr schüchtern und habe mit dem Tanzen gezaudert. Als ich aber gesehen habe, dass alle Menschen sich amüsiert haben, habe ich auch getanzt. Es ging immer besser. Lena machte mir sogar Komplimente. Alle Deutschen bewegen beim Tanzen ihre Füße so schnell. Ich tanze mehr mit der Hüfte. Das hat Lena dann auch probiert. Es war ein lustiger Abend.
Flohmarkt
Viele Deutsche, finde ich, müssen sehr arm sein. Sie gehen jede Woche zum Flohmarkt. Ich habe auch gerne Flohmärkte besucht. Einmal habe ich dort eine schöne und billige Lampe gekauft. Der Direktor des Flohmarktes muss reicher sein, als der Direktor des 'Aldi'! Die Flohmärkte sind auch noch ein 'Treffpunkt'. Als ich an einem Eisstand war, hat ein Mann mich gefragt, ob ich Japanerin bin. Haha! Als ich in Korea war, habe ich gedacht, dass alle Ausländer Amerikaner sind. Und Deutsche kennen nur Chinesen und Japaner. Ich habe ihn ein bisschen aufgeklärt und gesagt, dass ich Koreanerin bin und im Jahr 2002 in Korea 'die Fußballweltmeisterschaft' stattfinden wird. Da habe ich mich gefühlt wie eine Botschafterin für Korea.
Copyright © 2002 by Mok Jin-hee