Konferenz am Goethe-Institut Inter Nationes Seoul vom 23.-25.5.2001
Die Lektorenvereinigung Korea hat auf ihrer letzten Vollversammlung im Dezember 2000 auch eine intensive Diskussion über die Frage geführt, wie man die Weltmeisterschaft in Korea und Japan zur Stärkung des Deutschen und der Germanistik nützen könnte. Zum einen kann die Region bei deutschen Fans für sich werben, wenn sie darauf aufmerksam macht, dass es hier viele Leute gibt, die gut Deutsch sprechen. Darüber hinaus bietet das Ereignis der WM eine einmalige Chance, im unmittelbaren Vorfeld zur Eröffnung der Spiele in Seoul zu einer Konferenz einzuladen, auf der es darum geht, einen interdisziplinären, internationalen und interkulturellen Querpass zwischen Sport- und Literaturgeschichte, zwischen Konferenzteilnehmern aus der ganzen Welt, insbesondere aber zwischen Deutschland und der ostasiatischen Region zu spielen. Schon das letzte Sorak-Symposium stand im Zeichen einer kulturwissenschaftlichen Neuorientierung der koreanischen Germanistik. Die Konferenz Querpass könnte hier noch einmal an einem praktischen Beispiel vorführen, was kulturwissenschaftliche Methoden zu leisten vermögen und wie sich aus der Perspektive verschiedener Disziplinen ein breites Spektrum von Themen ausleuchten lässt: Die Mobilisierung nationaler Energien durch Fußball, die Mythen und kollektiven Bilder des Spiels oder die Sprache von Fußballreportagen. Fußball ist recht ergiebig für die Analysen von gender-Inszenierungen. Es soll nicht nur um die Literatur rund um das Leder gehen, sondern auch um das Medium des Films.
Bei der Diskussion in der LVK war aber auch klar, dass wir einen starken Partner zur Realisierung eines solchen Konferenzprojekts brauchen würden, und schon im März 2001 hatten wir ihn in Dr. Uwe Schmelter gefunden, dem Leiter des GI, der sich bereit erklärt hat, die Organisation der Veranstaltung zu übernehmen. Zahlreiche Wissenschaftler aus Korea, Japan und Deutschland haben für die Veranstaltung schon vor geraumer Zeit Exposees eingereicht. Thomas Brussig hat sich sogar bereit erklärt, einen dramatischen Monolog zu präsentieren, in dem es um die Kultur des Fußballspiels vor dem Hintergrund der deutschen Teilung geht und der schon deshalb auch ein koreanisches Publikum ansprechen dürfte.
Die Interessenten sind da - sie müssen nur noch eingeladen werden!
Copyright © 2001 by Thomas Schwarz