Tomislav Grabic

Napster, die organisierte Anarchie der Musik

[Anm. Webmaster: Napster existiert in seiner ursprünglichen Form nicht mehr!!]


Es hat spitze Ohren und einen runden Kopf - eine ikonographische Mischung aus Batman und Pokemon, doch die Software, die dahinter steht, versetzt eine Milliardenbranche in Angst und Schrecken: Eine Revolution per Mausklick - auf rechtlich wackeligem Boden.

Der Verband der Musikverleger in den USA, Recording Industry Association of America (RIAA), wirft dem kalifornischen "MusicShare"-Unternehmen Napster vor, Copyright-Verstöße zu fördern. Seitdem Ende 1999 liegt ein Rechstreit zwischen der RIAA und der Firma Napster vor - dies kümmerte die Anwender wenig, bis mit einer Schließung des Softwareangebots gedroht und diese Anfang 2001 auch fast durchgesetzt wurde. Es geht der RIAA inzwischen ums Geschäft, denn Napster erleichtert das Herunterladen und Kopieren von Musik. Die meisten der auf Napster gehandelten Musikdateien seien Raubkopien gewesen, klagt nun der Verband, dem Branchengrößen wie BMG, EMI, Warner Music und Sony angehören - der Rechtstreit dauert weiter an.

Mit Napster lassen sich Musikstücke in bester Qualität vom Netz ziehen, ohne auch nur einen Pfennig an Industrie und Autoren zu zahlen. Die Basis ist ein elektronisch formalisierter Tausch unter Sammlern: Blitzschnell durchsucht Napster die Festplatten von geschätzten 20 Millionen Usern auf das Gewünschte hin. Die klassische Distribution durch Grossisten und Einzelhändler entfällt ebenso wie der materielle Tonträger. Theoretisch genügt eine einzige ins Netz gestellte Mp3-Kopie eines Titels, um den Markt auf ewig zu sättigen.

Was ist Mp3?

Mp3 steht für MPEG-1 Audio Layer 3 Format. Dieses wurde zum komprimieren von Filmdateien entworfen. Durch das Mp3-Format ist es möglich, Audio-Dateien in beinahe CD-Qualität auf einem Computer abzuspeichern und dabei nur circa 1 Megabyte pro Minute MP3 aufzuwenden. Im Mp3-Format passen etwa 11 ganze Musikalben auf eine einfache CD.

Ist Mp3 legal?

MPEG-1 Audio Layer 3 ist ein offener Standard, in dem festgeschrieben ist, wie eine MP3-komprimierte Musikdatei auszusehen hat - es ist von der Fraunhofer Gesellschaft patentiert worden, aber solange keine kommerzielle Nutzung vorliegt, ist die Nutzung des Standards kostenlos. Auch ist es an sich nicht verboten selbst erworbenes Musik-Material (CDs, Kassetten, Platten, usw.) zu digitalisieren, um es für den privaten Gebrauch anzuhören. Das Copyright kommt allerdings in dem Moment ins Spiel, in dem man Mp3s an Dritte weitergibt oder sogar verkauft, ohne dafür den Urheber um Erlaubnis zu fragen und ggf. Lizenzgebühren zu zahlen. Die "Piraterie" lässt sich schwer in den Griff bekommen. Zudem kann man per Napster nicht nur geschützte, sondern auch freie, nicht urheberrechtlich geschützte Musik von seltenen Musikbands hören. Programme wie Napster sind noch eventuell rechtlich greifbar, weiterentwickelte peer-to-peer Software wie Gnuttella http://gnutella.wego.com/ allerdings nicht.

Wie funktioniert Napster?

Man lädt sich die Software von der Homepage des Unternehmens http://www.napster.com auf den eigenen Rechner herunter. Dann braucht man nichts mehr, als eine schnelle Internetverbindung. In einer Suchmaske werden die Musikwünsche eingegeben, und dann findet der Napster-Server Treffer aller Entsprechungen auf den Festplatten der User, die gerade online sind, so dass diese einfach runtergeladen werden können. Fertig! Die genaue Benutzung unterscheidet sich von Version zu Version, dafür gibt es allerdings Quellen im Internet:

http://www.zdnet.de/musik/artikel/mp3/200005/napster02_00-wc.html [Anm. Webmaster: Link nicht mehr aktuell!!]

http://www.howstuffworks.com/napster.htm

http://www.websearch.about.com/internet/websearch/library/napster/bl_napsterfaq1.htm [Anm. Webmaster: Link nicht mehr aktuell!!]

Quellen: Die Zeit, !com, Zdnet, Napster.com


Copyright © 2001 by Tomislav Grabic


DaF-Szene Korea Nr. 13

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