Anna Choi

Sprachlernprogramme "Von Aachen bis Zwickau" und "Interaktive Sprachreise Deutsch Teil eins"


Durch das Medium Computer haben sich auch die Möglichkeiten zum Lernen erweitert. Immer mehr Menschen nutzen die Attraktivität, die von diesem Medium ausgeht, um Wissen zu vermitteln. Insbesondere Multimediaprogramme gestalten das Lernen farbiger und geräuschvoller.

Bei den Multimediaprogrammen unterscheidet man zwischen Programmen, die sich auf Teilaspekte des Lernens beschränken, z.B. Vokabellernprogrammen und Programmen, die einen ganzen Sprachkurs anbieten und quasi als Ersatz für den herkömmlichen Sprachkurs leisten sollen. Ich möchte hier zwei Programme vorstellen, die eher Vollprogramme darstellen: "Von Aachen bis Zwickau" von Inter Nationes (1996) und "Interaktive Sprachreise Deutsch Teil eins" von Digital Publishing.

"Von Aachen bis Zwickau" richtet sich vornehmlich an Jugendliche, eignet sich aber auch meines Erachtens ebenso gut für Studenten mit fortgeschrittenen Kenntnissen in Korea. Im Mittelpunkt steht die Jugendkultur Deutschlands, Jugendliche werden interviewt. Es betont also die Landeskunde.

Eine Person namens Astrid führt den Lerner durch das Programm. Zur Einführung werden Bilder von Berlin gezeigt. Danach hat man die Möglichkeit in das Leben der Jugendlichen einen Einblick zu gewinnen, indem man die unterschiedlichen Fotos anklickt.

Man hat die Auswahl zwischen: "Tim über seine Hobbies", "Der ideale Lehrer", "Susanne über ihre Familie und Schule", "Marion und Christiane über ihre Freizeit", "Philipp über Sport", "Jugendliche über ihre Zukunft" Wenn man eines von den Bildern anklickt, kann man sich ein Video über eine Stadt anschauen oder/und sich das Interview mit einem der Jugendlichen anhören. Dadurch gewinnt man einen Einblick über Deutschland machen. Die Interviews erfordern jedoch ein hohes Maß an Konzentration. Allerdings kann man immer selbst bestimmen, wann man abbrecht. Eine Pause Taste ist vorhanden. Zudem ist es möglich, sich einzelne Abschnitte noch einmal anzuhören und dabei zwischendurch auf Verständnisfragen zu antworten oder sich das Transkript durchzulesen, während man das Interview hört.

Bei Nichtverstehen ist es immer möglich, kurz in einem sich auf der unteren Leiste befindenden Wörterbuch nachzuschlagen.

Zu jedem Interview gibt es spielerische Übungen, die den Wortschatz festigen. Hinzu kommen noch kleine, authentische Texte, wie Anzeigen, Zeugnisse etc. Die Übungen sind spielerisch und sehr differenziert angelegt, der Lerner muss mal Synonyme finden, mal Lückentexte ausfüllen durch Ziehen der Maus oder mal einfach einen Stundenplan ausfüllen. Die Grammatik steht eher im Hintergrund und wird wenn, dann eher kontextuell erklärt.. Für Studenten ist dies ein abwechselungsreiches Programm, in dem alle Sinne angesprochen werden: Man sieht kurze Videos, hört Interviews und macht aktiv und spielerisch Übungen.

Um einen Einblick von Deutschland zu gewinnen und spielerisch Deutsch zu lernen ist dieses Programm ein guter Einstieg.

"Interaktive Sprachreise Deutsch Teil eins" von Digital Publishing betont auch den landeskundlichen Aspekt. Auch dieser Sprachkurs richtet sich an Lerner mit fortgeschrittenen Kenntnissen.

Im Mittelpunkt steht eine Reise durch Deutschland. Eine Frau führt durch das Programm. Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, auf der man unter verschiedenen Städten eine auswählen kann.

Klickt man ein Foto an, kann man wiederum zwischen anderen Fotos wählen, die einzelne Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen. Darauf folgt ein Dialog zwischen zwei Menschen, der auch vertextet ist. So kann man dem Dialog viel leichter verfolgen. Und falls der Wortschatz nicht ausreicht, kann man sich die Übersetzung auf Türkisch, Italienisch oder Englisch anzeigen lassen. Zu jedem Dialog kann man verschiedene Übungen machen. Dabei handelt es sich vorwiegend um die EinÜbung von grammatischen Strukturen wie auch WortschatzÜbungen. Diese Übungen unterschieden sich nicht viel von den herkömmlichen Übungen im Buch. Hier werden weniger spielerische Übungen eingesetzt als in "Von Aachen bis Zwickau" . Auch der sonstige Aufbau nutzt, meines Erachtens, zuwenig die multimedialen Möglichkeiten und setzt an traditionelle Übungen eines Lehrbuches an. Zusätzlich zum landeskundlichen Teil gibt es auch ein language lab, wo man sich grundsätzliche Aspekte der Sprache aneignen und auch einüben kann, wie Regeln über die Rechtschreibung, Zahlenverständnis, EinÜbung des Alphabets und Aufgaben zur Phonetik. Hinzu kommen Übungen zum Hörverständnis.

Diese Programme bieten eine Abwechselung zum herkömmlichen Lehrmaterial und bieten verschiedene Arbeits- und Unterrichtsformen an. Ein weiterer Vorteil liegt auch darin, dass der Lerner individuell sein Tempo bestimmen kann. Ob sie allerdings ein Ersatz für den Sprachunterricht sein können, ist allerdings fraglich. Sie sind auf jeden Fall eine wichtige und neuartige Ergänzung für den Unterricht.


Copyright © 2001 by Anna Choi


DaF-Szene Korea Nr. 13

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