Im Bereich der Fußbekleidung (shinbal) erfreuen sich in Korea Badelatschen oder slipper großer Beliebtheit. Vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren hat man für Schuhe, die am Strand oder im Bad benutzt wurden, die heute fast ausgestorbene lautmalerische Bezeichnung ddalddari verwendet, mit der das Geräusch nachgeahmt wird, das entsteht, wenn man mit ihnen über einen Holz- oder Steinfußboden geht. Man trägt sie in erster Linie zu Hause, aber selbstverständlich nicht überall. Sie stehen hinter den Türen zum Badezimmer und zur Veranda, manchmal aufrecht, damit etwa vorhandene Flüssigkeit von ihnen abtropfen kann. In der Küche, im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer trägt man sie nicht. Ein Raum, in dem es eine Fußbodenheizung gibt, ein ondolbang, ist eine badelatschenfreie Zone. Dort läuft man strümpfig oder barfuß. Die Informanten geben an, dass der gekachelte Boden auf der Veranda, im Bad und in der Toilette erstens kalt und zweitens tendenziell eher schmutzig sei. Man putze dort nicht so oft wie in den anderen Räumen und das Betreten eines kalten Fußbodens empfinde man als unangenehm. Andere sagen, früher habe man sich im Bad auf dem Fußboden gewaschen und abgeduscht. Obwohl es heute eine Badewanne gebe, sei es von dieser Zeit her noch Gewohnheit, beim Baden im ganzen Badezimmer zu planschen. Dabei wird der Boden feucht, und wenn man dann wieder ins Bad kommt, werden die Socken nass. Also sei das Tragen von Badelatschen aus einer gewissen Notwendigkeit heraus entstanden. Wieder andere sagen, Toilette und Bad gehörten von alters her im Grunde nicht zum Haus. Um dorthin zu gelangen, sei naturgemäß das Tragen von Schuhen notwendig gewesen. Außerhalb des Hauses werden die Plastiksandalen im Bereich der Nachbarschaft (dongne) durchaus auch in der Funktion von normalen Straßenschuhen als saendul getragen. Nicht nur im Sommer, auch im Winter schlüpft die Hausfrau, die ajuma, rasch in die bequem im Hauseingang bereit stehenden Latschen, um im Videoladen einen Beitrag zum familiären Abendunterhaltungsprogramm zu beschaffen oder um im Supermarkt kleine Besorgungen zu erledigen. Da es im Haus eine Fußbodenheizung gebe, habe man derart warme Füße, dass es problemlos möglich sei, eine Distanz von mehreren hundert Metern auch bei strenger Kälte barfuß in diesen Sandalen zurückzulegen. Im Sommer schwitzt man zwar auf dem Plastik, dafür ist dieses Material, vergleicht man mal mit gewissen deutschen Gesundheitslatschen, auch konkurrenzlos billig.
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