Das Besondere an dieser Konferenz war, dass sie die Koreanische Gesellschaft für Germanistik, die Koreanische Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache und die Lektorenvereinigung Korea mit Unterstützung des Goethe-Instituts und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zu einer Allianz zusammengeführt hat, die den Willen demonstriert, in schwierigen Zeiten gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Für die LVK vor allem war bedeutsam, dass sie von den koreanischen Verbänden als gleichberechtigter Partner in die Vorbereitung der Konferenz einbezogen worden ist.
Die Konferenz bediente ein breites Spektrum von Themen, von denen ich nur einige wenige hervorheben kann, aber in einem demnächst erscheinenden Reader kann man sich auch umfassend informieren. Dass sich in Korea im Bereich der Curriculumsentwicklung ein neuer Trend bemerkbar macht, hat Sun-Mi Tak (Hanyang Universität) in einer flächendeckenden Analyse herausgearbeitet: viele Abteilungen für Germanistik scheinen sich nun an kulturwissenschaftlichen Themen zu orientieren. Karen Schramm (Korea Universität) hat sich dafür stark gemacht, dass im Landeskundeunterricht die kulturkontrastive Methode verankert wird. Shinichi Sambe aus Japan (Keio University) stellte auf Einladung des DAAD das Erfolgsmodell eines Intensivkurses für Deutsch vor. Im Bereich der Deutschlehrerausbildung klagte Ki-Min Hyang eine stärkere Praxisorientierung ein. Geleitet hat die Konferenz auf Einladung des Goethe-Insituts der Jenaer Professor Hermann Funk, der das Augenmerk auf berufsbezogene Studiengänge lenkte. Auf der Konferenz ist deutlich geworden, dass Curriculumsentwicklung ein unabschließbarer Prozess ist. Als die Idee zu der Veranstaltung geboren wurde, schien auch Konsens zu herrschen, dass auf ihr in Form von workshops über Kooperation nicht nur geredet werden, sondern diese in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Aspekten des Curriculumproblems auch praktiziert werden sollte. Es wäre wünschenswert, wenn diese Form der praktischen Zusammenarbeit nachgeholt werden könnte, sobald Herr Funk einmal wieder in der Gegend weilt. In Arbeitsgruppen könnten auf einem solchen Seminar deutsche und koreanische Kollegen exemplarische Curricula zu besonderen Lehr- und Lernzielen erarbeiten, mit denen sich Fachbereiche ein Profil geben können. Zuletzt möchte ich darauf hinweisen, dass der neue Botschafter in Seoul, Hubertus von Morr, in seinem Grußwort die Einrichtung eines Sommerkurses für motivierte Studenten in Südkorea angeregt hat. Diese Idee sollte unbedingt aufgegriffen werden.
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