A: Aigu ist mein koreanisches Lieblingswort, das ich am häufigsten benutze. Es ist leicht zu merken, kurz und prägnant wie eine Formel und passt in so vielen Fällen, wo etwas schief geht und ein anderes Wort nicht zu finden ist.
M: Warum? Gibt es denn so viel zu klagen?
A: Wahrscheinlich gibt es immer etwas zu klagen, jedenfalls kann man immer etwas finden, was noch besser sein oder werden könnte. Sofern es etwas zu verbessern gibt, gibt es auch etwas zu klagen. Darum ist das Aigu so weit verbreitet. Wenn es nichts mehr zu verbessern gäbe, könnte man zufrieden sein und Hurra rufen.
M: Das ist das Schlechte, das der Verbesserung wie ein Schatten folgt. Das wahrhaft Lobenswerte und Gute wäre also das, was nicht einmal mehr verbessert werden kann. Dann ist das Gegenteil des Jammerns und Klagens, das Lobpreisen und Hurra-Rufen, am Platz: Manse! Manse!
A: Das Manse hört man aber viel seltener als das Aigu.
M: (auf den Boden schlagend) Aigo!
A: (beide Arme erhebend) Manse!
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