Nina ist 16. Sie hat eine kleine Schwester, die ihr, wie es sich gehört, gehörig auf die Nerven geht, eine Mutter, die schon seit 3 Jahren 39 ist und einen Vater, der woanders wohnt. Nina prallt auf der Straße mit Leo zusammen und findet ihn nett. Beim ersten Rendezvous weiß sie nicht, was sie anziehen soll. Sie geht mit ihm ins Kino, sie essen ein Eis im Schwimmbad, sie kochen Spaghetti und hoffen die ganze Zeit, daß mehr daraus wird.
Der Autorin Angelika Raths ist es gelungen, diese kleine girl meets boy-Geschichte aus dem Leben zu greifen und in 15 abgeschlossenen Kapiteln zu einem gut produzierten Hörspiel zu arrangieren. Der Humor dieses sympathischen Unterrichtsmaterials erfreut nicht nur den DaF Lehrer, der alle alten Schnulzen schon kennt und ihrer längst überdrüssig ist, sondern löst auch bei der Lernerschaft die erhoffte Reaktion aus. Ach ja, die Lerner. Das Hörspiel eignet sich für junge Menschen ab etwa 14 Jahren und ist sicher für koreanische Studenten nicht zu "kindisch". Möglicherweise wird dies aber der geniale Wasserkopf einiger hiesiger Eliteschmieden ganz anders sehen. Doch vielleicht gibt's ja eines Tages Habermas als Hörspiel.
Das Begleitheft zu "Keine Panik" hält zu jedem Kapitel ein fertiges Arbeitsblatt bereit, welches man nur noch kopieren muß. Vor dem Hören dient eine Zeichnung auf dem Arbeitsblatt zum Einstieg in die Unterrichtseinheit und der Vorentlastung. Es aktiviert das zum Verständnis nötige Vokabular und ruft die vorherigen Kapitel und somit den Stand der Dinge ins Gedächtnis zurück. Dabei sind auch Fragen nach zu erwartenden Geräuschen, Gesprächen und Situationen eine Hilfe. Anschließend werden 3 bis 4 Fragen zum Hörverstehen gestellt, die während und nach dem Hören zu beantworten sind. Teilweise können die Antworten mit Hilfe einer multiple-choice gegeben werden, teilweise sind eigene Formulierungen gefordert. Zusätzliche, mit einem Sternchen gekennzeichnete Fragen sind für solche Lerner, die schon mehr Erfahrung mit dem Hörverstehen haben, und ermöglichen dem Lehrer in seiner Gruppe eine gewisse Binnendifferenzierung vorzunehmen. Die meisten Kapitel sind in 2 oder 3 Abschnitte aufgeteilt, so daß der Hörtext nicht zu lang wird. Diese Unterbrechungen lassen sich aber auch für gelegentliche Dialogeigenproduktionen der Lernergruppe nutzen. Immer hübsch nach dem Motto: Wie geht's jetzt wohl weiter? Die benötigte Unterrichtszeit für ein Kapitel liegt nach meiner Erfahrung etwa bei 25 - 35 Minuten.
"Keine Panik" präsentiert ein frisches, gesprochenes Alltagsdeutsch, ohne allzu sehr auf Slang oder Modewörter hereinzufallen, die es dem Fremdsprachenlerner weit weg von Deutschland unnötig schwer machen. Die Dialoge wirken authentisch (ohne es natürlich wirklich zu sein) und enthalten viele Redundanzen, was das Hörverstehen erheblich erleichtert. Die Aufgaben lenken die Aufmerksamkeit des Lerners darauf, selektiv herauszuhören, was in der jeweiligen Situation wichtig ist. Die Erfolgserlebnisse, die sich aufgrund dieser Methode fast zwangsläufig einstellen, helfen dem Lerner die Angst vor dem Hören authentischer deutscher Sprache abzubauen. Ich habe das Hörspiel erstmals zu Beginn dieses Semesters in einem dritten Studienjahr, deren Hörverständnis recht schwach war, eingesetzt und bisher nur positive Reaktionen erhalten. Es ist bei wenigen Wochenstunden u.U. auch kurstragend einsetzbar. In diesem Fall kann die zweite Kassette hinzugezogen werden, die dem Lerner Variationen der Redemittel des Hörspiels zum Nachsprechen anbietet.
*Angelika Raths: Keine Panik, Langenscheidt Verlag, 1997, DM 55,80
Hörspiel (1 Kassette) , Sprachelemente und Variationen (1 Kassette)
Begleitheft zum Hörspiel mit Arbeitsblättern und Unterrichtsvorschlägen
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