Kang, Sang-Hee / Kim, Ji-Young / Yang, Sun-Soon

Fünf Wochen in Deutschland


Im vergangenen Sommer haben die Universitäten Cheju und Bonn (Sprachlernzentrum) erstmalig einen Sommerferien-Sprachkurs für Studenten der Deutschabteilung der Universität Cheju veranstaltet. Ich habe diese Gruppe von neun Studierenden begleitet und nach ihrer Ankunft in Deutschland einige Tage lang betreut. Während des vierwöchigen Intensivkurses wohnten die Studenten in zwei Studentenwohnheimen der Uni Bonn und konnten die Einrichtungen des Sprachlernzentrums nutzen. Anschließend standen noch ein gemeinsamer Besuch in Paris und ein Seminar mit Stadtbesichtigung in Berlin auf dem Programm.

Drei Studentinnen haben diesen Artikel über ihre Erfahrungen in Deutschland gemeinsam geschrieben.


Wir waren zum erstenmal nach Deutschland oder ins Ausland verreist, deshalb hatten wir etwas Angst, aber wir waren auch sehr neugierig auf Deutschland. Unser Zielort war Bonn. Nach der Ankunft in Bonn fühlten wir uns gut. Bonn ist eine kleinere Stadt als wir dachten, aber wir waren nicht enttäuscht, weil Bonn uns gefiel. Ein Monat in Bonn ist eine von den wirklich besten Erinnerungen unseres Lebens.

In der Bonner Uni, die ein altes Gebäude im Barockstil ist, studierten wir. Die Deutschen sind freundlich, aber manchmal auch unhöflich. Die Freunde, die im Studentenheim wohnten, begrüßten uns freundlich. Als ich auf der Straße gefallen war, gaben sie mir sogar ein Pflaster, aber als wir in einen Laden gingen, war eine Verkäuferin zu uns unhöflich.

In Bonn ist nicht viel los. Es ist eine ruhige Stadt. Viele Leute fahren mit ihren Fahrrädern, weil der Fahrradweg überall sehr gut organisiert ist. Wir machten viele Fehler. Die Fehler waren, daß wir oft auf dem Fahrradweg gingen. Für uns war der Fahrradweg fremd. Und die Busse kamen pünktlich an.

Aber in Korea können wir diese Vorteile nicht finden. Cheju ist eine kleine Stadt, aber es ist viel mehr los. Besonders gut fanden wir die Struktur der Busse für körperlich behinderte Personen. Diese Verkehrserleichterungen waren für uns in Bonn sehr eindrucksvoll.

Die Erziehung ist ein wichtiger Teil im Leben der Deutschen, zum Beispiel gibt es viele Menschen in den Buchläden. Da war besonders eine Mutter mit dem Kinderwagen. Die Mutter las dem Baby ein Märchen vor. Das Baby konnte das Buch nicht verstehen, aber trotzdem las die Mutter das Buch weiter. In Korea interessieren Mütter sich nur für den Erfolg der Erziehung, aber wir finden, daß Mütter sich in Deutschland für den Prozeß und Inhalt der Erziehung interessieren.

Viele Toiletten waren sehr schmutzig, trotzdem mußten wir Geld bezahlen. Wir waren davon überrascht. Diese Situation zeigte uns, daß die öffentliche Verwaltung sehr unaufmerksam ist.

Das waren für uns Kulturschocks: Im Studentenwohnheim ging ein Student nachts ins Zimmer einer Studentin und sah dabei sehr locker aus. In Potsdam sahen wir eine Zone, wo die Leute nackt an einem See badeten.

Als wir Deutschland verließen, hatten wir keine Angst mehr, wir vermissen das Leben in Deutschland. Glücklicherweise trafen wir gute Menschen in Deutschland. Wir sind im Gesicht und in der Farbe des Haares verschieden, aber wir sind alle Freunde geworden. Die Deutschen haben eine schöne Natur und wir fanden ihren Charakter der schönen Natur ähnlich.


Wir danken Herrn Kelz, Frau Kopp, Herrn Deutsch, Professor Kim, Hi-Youl und allen anderen Personen.


Kang, Sang-Hee / Kim, Ji-Young / Yang, Sun-Soon
(3. Studienjahr Germanistik an der Uni Cheju)


DaF-Szene Korea Nr. 6

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